Eine aktuelle Studie des Fraunhofer-Instituts beschäftigt sich mit der Materialeffizienz in produzierenden Betrieben. Ein wichtiges Ergebnis: Durch effizienteren Einsatz wären Materialeinsparungen von durchschnittlich sieben Prozent möglich. Die Betriebe könnten so in Deutschland pro Jahr etwa 48 Milliarden Euro einsparen.
Wesentliche Erkenntnisse aus der Studie sind:
- Eine Realisierung des Einsparpotenzials beim Material würde die Umsatzrendite erheblich erhöhen
- Betriebe, die komplexe Produkte herstellen, z.B. EDV-Geräte, sehen im Durchschnitt ein höheres Materialeinsparpotenzial in ihrer Produktion
- Betriebe setzen vermehrt auf Konzepte zur Steigerung der Materialeffizienz wie
- Reststoffe zur Energieerzeugung
- Einsatz von Recyclingmaterialien
- Rücknahme von Produkten nach ihrer
Nutzungsphase
- Trockenbearbeitung (insbesondere in der
Materialbearbeitung)
- neuartige Werkstoffe (z.B. nachwachsende
Rohstoffe) - Bei Investitionsentscheidungen werden die gesamten Lebenszykluskosten betrachtet
- Kennzahlen-/ Informationssysteme steigern Transparenz bei den betrieblichen Stoffströmen
- Informationen über Möglichkeiten zur Verbesserung der Produktionsprozesse werden verstärkt eingeholt
- Kooperationen mit z.B. Kunden, Lieferanten oder Forschungseinrichtungen werden aufgebaut
Österreich ist so wie Deutschland stark von Rohstoffimporten abhängig. Eine Verbesserung der Materialeffizienz ist daher sowohl betriebs- als auch volkswirtschaftlich sinnvoll. Trotzdem schöpfen viele Betriebe die Potenziale zur Materialeinsparung bei weitem nicht aus. Dabei wurden in der Folge dargestellten Hemmnisse ermittelt.
Hemmnisse zur Realisierung des vorhandenen Einsparpotenzials:
- mangelnde Kenntnis über das in den Betrieben vorhandene Einsparpotenzial
- mangelnde Informationsverfügbarkeit über Ansätze zur Materialeffizienz
- fehlende Personalkapazität
- hoher organisatorischer Aufwand
- hoher Investitionsbedarf und zu lange Amortisationszeiten