Materialeffizienz - Erhebliche Einsparungspotenziale bei Materialkosten
02.05.2012

Materialeffizienz - Erhebliche Einsparungspotenziale bei Materialkosten

Eine aktuelle Studie des Fraunhofer-Instituts beschäftigt sich mit der Materialeffizienz in produzierenden Betrieben. Ein wichtiges Ergebnis: Durch effizienteren Einsatz wären Materialeinsparungen von durchschnittlich sieben Prozent möglich. Die Betriebe könnten so in Deutschland pro Jahr etwa 48 Milliarden Euro einsparen.

Wesentliche Erkenntnisse aus der Studie sind:

  • Eine Realisierung des Einsparpotenzials beim Material würde die Umsatzrendite erheblich erhöhen
  • Betriebe, die komplexe Produkte herstellen, z.B. EDV-Geräte, sehen im Durchschnitt ein höheres Materialeinsparpotenzial in ihrer Produktion
  • Betriebe setzen vermehrt auf Konzepte zur Steigerung der Materialeffizienz wie
    - Reststoffe zur Energieerzeugung
    - Einsatz von Recyclingmaterialien
    ­- Rücknahme von Produkten nach ihrer
      Nutzungsphase
    - Trockenbearbeitung (insbesondere in der
      Materialbearbeitung)
    ­- neuartige Werkstoffe (z.B. nachwachsende
      Rohstoffe)
  • Bei Investitionsentscheidungen werden die gesamten Lebenszykluskosten betrachtet
  • Kennzahlen-/ Informationssysteme steigern Transparenz bei den betrieblichen Stoffströmen
  • Informationen über Möglichkeiten zur Verbesserung der Produktionsprozesse werden verstärkt eingeholt
  • Kooperationen mit z.B. Kunden, Lieferanten oder Forschungseinrichtungen werden aufgebaut
    Österreich ist so wie Deutschland stark von Rohstoffimporten abhängig. Eine Verbesserung der Materialeffizienz ist daher sowohl betriebs- als auch volkswirtschaftlich sinnvoll. Trotzdem schöpfen viele Betriebe die Potenziale zur Materialeinsparung bei weitem nicht aus. Dabei wurden in der Folge dargestellten Hemmnisse ermittelt.

Hemmnisse zur Realisierung des vorhandenen Einsparpotenzials:

  • mangelnde Kenntnis über das in den Betrieben vorhandene Einsparpotenzial
  • mangelnde Informationsverfügbarkeit über Ansätze zur Materialeffizienz
  • fehlende Personalkapazität
  • hoher organisatorischer Aufwand
  • hoher Investitionsbedarf und zu lange Amortisationszeiten


Folgende Ansätze zur Überwindung dieser Hemmnisse werden vorgeschlagen:

  • Umweltkennzahlensysteme zur Erhöhung der Transparenz
  • Lebenszykluskostenrechnung zur Investitionsbewertung
  • Nutzung von Informationen zur Prozessoptimierung
  • Einbindung in Kooperationen zur Verbesserung von Produktions- bzw. Produktentwicklungsprozessen

Folgerungen und Erwartungen

  • das Thema Materialeffizienz entwickelt sich immer mehr zu einem der prioritären Themen in Wirtschaft und Politik
  • Integriert Managementsysteme (IMS) können einen Beitrag zur Reduktion der Materialkosten bringen (Maßnahmen zur kontinuierlichen Verbesserung
  • mit einem Rechtsmanagementsystem werden geänderte rechtliche Rahmenbedingungen für Produkte rechtzeitig erkannt
  • der von der Europäischen Kommission verabschiedete „Fahrplan für ein ressourcenschonendes Europa“ (EU-Kommission 2011) lassen erwarten, dass der Anreiz zur Steigerung der Materialeffizienz in Betrieben in Zukunft weiter zunehmen wird müssen

Weiterführende Informationen

Der vollständige Endbericht der Studie ist hier abrufbar.

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