Herr Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) Johann Russegger, MBA
Netzwerkpartner, Produktmanagement Trainings Integrierte Managementsysteme, Qualität
In den letzten Artikeln wurden unter anderem Beweggründe für die Integration, verschiedene Probleme, die bei der Integration auftreten können und auch die Dauer, die eine Integration benötigt, besprochen. Der vorliegende Artikel beschäftigt sich damit, ob die Erwartungen erfüllt werden und ob sich der andauernde Weg zur vollständigen Integration für ein Unternehmen auch lohnt. Wie auch schon bei vorherigen Artikeln, werden nur in wissenschaftlichen Journalen publizierte Artikel als Literaturgrundlage verwendet.
Wie sich in den letzten Artikeln gezeigt hat, ist der Weg zur vollständigen Integration, ein langer und mühsamer. Unternehmen nehmen diesen Weg jedoch nicht ohne Grund auf sich. Das Ziel der Integration mehrerer Managementsysteme ist nicht nur, die „einfache“ Erfüllung verschiedener Standards, sondern:
“Today, many organizations are implementing MSs not just to fulfill the requirements of individual standards, but to operate in a more combined, efficient and effective way.” (Simon et al., 2012, S. 10)
Ein wesentliches Ziel einer vollständigen Integration ist es also, eine schlankere, effizientere und effektivere Organisation zu schaffen und dadurch einen Wettbewerbsvorteil zu erzielen. Unternehmen profitieren also wesentlich von der Integration verschiedener Managementsysteme.
Abbildung 1 zeigt eine Selbsteinschätzung von Unternehmen, welche Vorteile die Integration gebracht hat. Betrachtet man die vier am besten gereihten Vorteile genauer, sieht man, dass Unternehmen sowohl externe als auch interne Vorteile daraus ziehen. So wurde einerseits die Effizienz gesteigert und die Arbeitsabläufe (z.B. Dokumentationsaufwand) optimiert. Andererseits gab es starke positive Effekte auf das Unternehmensimage. Die Audits, des integrierten Systems, brachten ebenso einen erhöhten Mehrwert. Vergleicht man diese Ergebnisse mit den Beweggründen einer IMS (Integriertes Managementsystem) Implementierung (siehe Artikel 2 der Reihe) sieht man, dass die Erwartungen der Unternehmen von einer Integration durchwegs erfüllt wurden. Die Beweggründe zur Integration und die im Nachhinein gesehen Vorteile sind nahezu deckungsgleich. Die Autoren dieser Studie erwähnen abschließend, dass die meisten Unternehmen absolut zufrieden sind, mit der Entscheidung, ihre Systeme zu einem einzigen zu integrieren.
In einer weiteren bemerkenswerten Studie untersuchte Zeng und Kollegen, die Zusammenhänge zwischen der Integration mehrere Systeme, der bisherigen Erfahrung mit Managementsystemen und den Vorteilen einer Integration. Zur Datenanalyse verwendeten sie ein Strukturgleichungsmodell, also ein Multivariates statistisches verfahren zur Überprüfung von Kausalitäten.
Wie man in Abbildung 2 gut sieht, gibt es einen signifikanten positiven Zusammenhang zwischen einer IMS Implementierung und den untersuchten Vorteilen. Ebenso interessant ist, dass bisherige Erfahrungen (Jahre einer ISO 9001 Implementierung) sowohl einen signifikanten positiven Einfluss auf die IMS Implementierung als auch auf die Vorteile, die ein IMS mit sich bringt, haben. Dies bestätigt erneut, die schon in den letzten Artikeln vorgebrachte These, dass die ISO 9001 eine sehr gute Grundlage für ein IMS ist.

Diese Studie untersuchte weiters, was die genauen Vorteile einer IMS Implementierung sind. Die wesentlichsten Vorteile (alle ebenso hoch signifikant) sind:
Abschließend stellt sich die Frage: Was kann man aus diesem Artikel mitnehmen? Die Antwort lautet:
Im nächsten Artikel, den letzten dieser Serie, wird ein Überblick über die Kernaussagen, der bisher vorgestellten Artikel, gebracht und diese auch miteinander verknüpft.

DI Axel Dick, MSc
Prokurist Marketing, Quality Austria
axel.dick@qualityaustria.com

DI Armin Wiedenegger
Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Quality Austria
armin.wiedenegger@wu.ac.at

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