Artikelreihe Integrierte Managementsysteme - Abschließende Betrachtungen
13.08.2012

Artikelreihe Integrierte Managementsysteme - Abschließende Betrachtungen

In diesem letzten Teil dieser Artikelreihe werden die Kernaussagen der einzelnen Artikel zusammengefasst. Grundlage hierzu waren internationale Studien. In einem weiteren Schritt werden diese mit den Kernaussagen der anderen Artikel verknüpft, um ein ganzheitliches Bild entstehen zu lassen. Des Weiteren werden einige nützliche Tipps von diversen Studienautoren präsentiert.

Begonnen hat diese Artikelreihe mit einem Überblick über die Zertifikatsentwicklung. Dabei wurde festgestellt, dass die ISO 9001 das weltweit dominante Systemmodell und sehr weit verbreitet ist. Dies ist für eine Implementierung eines IMS hervorragend, denn wie mehrfach festgestellt, ist die ISO 9001 eine ausgezeichnete Grundlage (→ Integrationsplattform) für ein IMS (zum 1. Artikel).

Der zweite Artikel befasste sich mit den Beweggründen (→ Motive) für ein IMS. Als Ergebnis haben sich folgende Faktoren herauskristallisiert:

  • eine schlanke und effiziente Organisation/Prozesse,
  • eine Verbesserung des Images und der CSR und
  • die Vereinheitlichung paralleler Systeme bzw. Strategien im Unternehmen.

Betrachtet man nun die Vorteile (→ Nutzen), die Unternehmen durch eine Implementierung erfahren, sind diese nahezu deckungsgleich. Diese sind unter anderem:

  • Effizienzsteigerungen,
  • Optimierung der Arbeitsabläufe (z.B. Dokumentationsaufwand),
  • Steigerung des Unternehmensimages und
  • erhöhten Mehrwert durch Audits des integrierten Systems.

Daraus lässt sich schließen, dass die Unternehmen konkrete Erwartungen haben, welche Vorteile sie durch ein IMS bekommen können. Noch wichtiger ist allerdings, dass die Unternehmen diese Vorteile auch wirklich generieren können (zum 2. Artikel).

Bei der Vorstellung möglicher Hindernisse (→ Probleme) wurde zwischen internen und externen Problemen unterschieden. Interne Probleme waren dabei fehlendes Top-Management Commitment, zu wenig interne Schulungen und fehlende Mitarbeitermotivation. Der wesentlichste externe Faktor war dabei, das Fehlen von kompetenten und erfahrenen Partnern, wie Zertifizierungsstellen (mit Erfahrung von integrierten Audits und IMS Implementierung) oder auch Beratern (zum 3. Artikel).

Der Weg zu einer IMS Implementierung (zum 4. Artikel) wurde als andauernd und anstrengend beschrieben, aber ebenso haben die befragten Unternehmen den positiven Nutzen einer IMS Implementierung hervorgehoben (zum 5. Artikel).

Die meisten Unternehmen waren im Nachhinein auch sehr zufrieden mit der Entscheidung ein IMS zu implementieren. Dass die Implementierung jedoch kein Selbstläufer ist und eine langjährige Anwendung noch Vorteile bringt sollen folgende Zitate verdeutlichen: “The managers consequently need to recognise that for the integrated system to be implemented and maintained, they must continuously push it forward.” (Zeng et al., 2011)
“There are [many] studie proving that firms which have been working for a longer time with certified systems perceive higher benefits than those that have just been certified.” (Simon et al., 2012)
Zu den Vorteilen von IMS möchten wir an dieser Stelle einfach nur noch ein kurzes und unmissverständliches Zitat von zwei weltweit führenden Wissenschaftlern im Bereich der Integrierten Managementsysteme anführen:
“We believe that an integrated system in whatever form should always lead to a more effective system.” (Karapetrovic and Casadesus, 2009)

Wer noch eine sehr gute und ausführliche Beschreibung für den Nutzen von IMS benötigt, dem sei folgendes äußerst aussagekräftiges Zitat zur Seite gestellt.
“An IMS simplifies the management of a business. IMS is seen as a constantly evolving system that fits well with self-assessment and benchmarking. It provides direction and structure for the business, as well as ensuring that the individual certification standards are met in a cost-effective manner. The benefits for IMS include an optimised management system, increased competitiveness, better utilisation of resources and so on. Integrating management systems have simplified the management of their business. An IMS could help companies foster a competitive edge.” (Zeng et al., 2011)

Bei einer in Italien durchgeführten Studie wurde erhoben, wie die Job-Beschreibungen, der für Managementsysteme (wie Qualität, Umwelt & Sicherheit), zuständigen Personen lautet:

  • 30% hatten einen Qualitätsmanager zuständig für alle Bereiche,
  • 21% hatten einen Qualität, Umwelt und Sicherheit Manager,
  • 18% hatten einen Integrierten Managementsystem Manager,
  • 18% hatten einen Qualitätsmanager und einen Umwelt & Sicherheit Manager
  • 3% hatten einen Qualität, Umwelt, Sicherheit und Ethik Manager,
  • 3% hatten einen Managementsystem Manager,
  • 2% hatten einen Total Quality Manager und
  • 5% hatten drei separate Manager.

Abschließende Worte:

Die Autoren hoffen, dass Ihr viel Interessantes von unseren Artikeln mitnehmen konnten und auch eine einige Aha-Effekte vorhanden waren. Ebenso hoffen wir, dass Ihr beim Lesen ebenso so viel Freude hatten wie wir beim Verfassen. Falls Ihr noch Anregungen oder Kommentare habt, würden wir uns auf Eure Rückmeldungen unter armin.wiedenegger@wu.ac.at oder axel.dick@qualityaustria.com freuen.

Literaturempfehlungen:
  • Bernardo, M., Casadesus, M., Karapetrovic, S., Heras, I. (2012). Do integration difficulties influence management system integration levels?, Journal of Cleaner Production, 21(1), p. 23-33.
  • Hackenauer, W. & Dick, A. (2012) Die Beiträge von Managementsystemen und speziellen Umweltprogrammen zur Realisierung der EU-Umweltpolitik in Österreich, Quality Austria
  • Karapetrovic, S., Casadesus, M. (2009). Implementing environmental with other standardized management systems: Scope, sequence, time and integration, Journal of Cleaner Production, 17, p. 533–540.
  • Karapetrović S., Casadesus M., Heras I. (2010). Empirical Analysis of Integration within the Standards-Based Integrated Management Systems, International Journal for Quality research, 4(1).
  • Salomone, R. (2008). Integrated management systems: experiences in Italian organizations, Journal of Cleaner Production, 16( 16), p. 1786-1806.
  • Schylander, E., Martinuzzi, A. (2006). ISO 14001 – experiences, effects and future challenges: a national study in Austria, Business Strategy and the Environment, 16( 2), p 133–147.
  • Simon, A., Karapetrovic, S., Casadesus, M. (2012). Evolution of Integrated Management Systems in Spanish firms, Journal of Cleaner Production, 23(1), p. 8-19.
  • Zeng S.X., Shi b J.J., Lou G.X. (2007). A synergetic model for implementing an integrated management system: an empirical study in China Journal of Cleaner Production, 15, p. 1760-1767.
  • Zeng, S X. , Xie, X.M., Tam, C.M., Shen, L.Y. (2011). An empirical examination of benefits from implementing integrated management systems (IMS), Total Quality Management & Business Excellence, 22(2), p. 173-186.



DI Axel Dick, MSc
Prokurist Marketing, Quality Austria
axel.dick@qualityaustria.com



DI Armin Wiedenegger
Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Quality Austria
armin.wiedenegger@wu.ac.at

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