In der aktuellen Studie „Risikomanagement im Österreichischen Mittelstand“, April 2012, analysieren Dr. Theuermann und Gerhart Ebner (Campus Graz) die Verbreitung, Bedeutung und zukünftige Erwartungen in Punkto Risikomanagement. 4.000 Unternehmen in der Größe von 25 bis 500 Mitarbeitern wurden befragt, 384 haben an der Studie mitgewirkt (Response knapp 10%). 77% der Studienteilnehmer haben 25 bis 200 Mitarbeiter. 54% sind Produktions- und Gewerbetriebe, 22% Handelsbetriebe und 24% sind beides.
Erkenntnisse der Studienautoren
- Bereits 75% der Studienteilnehmer beschäftigten sich mit Risikomanagement (RM). 32% davon seit 5 Jahren.
- Risiko-Assessments oder Risikochecks werden von 58% regelmäßig und zwar meistens jährlich durchgeführt.
- Folgende drei Bereiche sind hier am stärksten involviert: Geschäftsführung (56%), Finanz/Controlling (knapp 40%), Qualitätsmanagement, Umweltmanagement, Sicherheitsmanagement (über 30%).
- Folgende drei Gründe werden als Motivation genannt: Kontrolle über die Unternehmensrisken (69%), Erfüllung der Anforderungen der Eigentümer (49%) und Erfüllung von rechtlichen Anforderungen.
- Folgende drei Ziele sind maßgeblich: Sicherung der Unternehmensziele (59%), Reduzierung des Haftungspotenzials (55%) und Aufspüren von Verlustquellen (55%).
- Folgende vier Hauptrisken wurden identifiziert: Ausfallrisiko (67%), Absatzrisiko (65%), Produktqualität (50%) sowie IT- und Datensicherheitsrisiko (49%).
- Folgende drei Instrumente/Werkzeuge werden vor allem eingesetzt: Schätzungen/Erfahrungen (über 80%), Fragebögen und Checklisten (ca 50%) sowie bestehende Managementsysteme (über 30%).
- Die wichtigsten Instrumente der Dokumentation sind das Qualitätsmanagementhandbuch (45%) oder das Organisationshandbuch (32%).
- Zur Optimierung des Risikomanagements besteht Handlungsbedarf, v.a. in den Bereichen der Verbesserung von Methoden zur Risikoerfassung und Risikobewertung sowie in der Sensibilisierung der Mitarbeiter. Auf Seite 33 heißt es, „…deutliches Zeichen, dass in vielen Betrieben ein erheblicher Bedarf an Fortbildungs- bzw. Schulungsmaßnahmen im Hinblick auf das Risikomanagement gegeben ist.
- Die Bedeutung des Riskmanagements wird als immer wichtiger und damit leicht bis stark steigend angesehen, sowohl in der Gesamtwirtschaft, in der eigenen Branche und in einem Unternehmen.
- Zentrale Erfolgsfaktoren des Risikomanagements sind: Information und Kommunikation, gute Risikoerkennung und eine ehrliche Beurteilung sowie die Einbindung der Mitarbeiter.