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06.11.2018

Nachhaltige/r Konsum und Produktion

Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen

SDG steht für Sustainable Development Goal. Die UN hat hier 17 Hauptziele im September 2015 publiziert und damit eine Agenda bis 2030 festgelegt. Die 17 Hauptziele gliedern sich 169 Unterziele. Nach der Vorstellung der SDG Ziele 13 und 7 wollen wir uns in nun dem SDG Ziel 12 widmen. Es gliedert sich grundsätzlich in 8 Unterziele. Die Ziele werden in diesem Beitrag auch in Zusammenhang zu Normen und Normabschnitten gestellt.

 

SDG Ziel 12 – Nachhaltige/r Konsum und Produktion

Grundsätzlich streben die Vereinten Nationen an bis 2030, dass natürliche Ressourcen nachhaltig und effizient gemanagt werden sollen. Food Waste und Food Losses soll ebenso pro Kopf halbiert werden. Bis 2020 sollen Chemikalien und Abfälle umweltfreundlich gemanagt werden, um mögliche negative Auswirkungen auf die Umwelt und Gesundheit zu minimieren. Die Entstehung von Abfall soll bis 2030 durch Vermeidung, Recycling und Re-Use substantiell reduziert werden. Verantwortungsvolle Unternehmen, insbesondere große und internationale, werden ermutigt, nachhaltige Verfahren einzuführen und in ihre Berichterstattung Nachhaltigkeitsinformationen aufzunehmen. Auch die nachhaltige Gestaltung des Tourismus wird adressiert. Subventionen fossiler Brennstoffe sollen abgeschafft werden.

 

Daten und Fakten global

Materialeffizienz global gesunken: der UN Bericht aus dem Jahr 2016 zeichnet ein sehr kritisches Bild über den dramatischen Anstieg des Ressourcenverbrauchs:

  • Faktor 3: Der weltweite Abbau von Rohstoffen hat sich in 4 Dekaden verdreifacht.
  • Faktor 10: Ressourcenschere – Die reichsten Länder verbrauchen 10 Mal so viel wie die ärmsten Länder.
  • Die reichsten Länder verbrauchen doppelt so viel wie der globale Durchschnitt.
  • Der Planet Erde wird 2050 bei gleichbleibendem Trend 180 Milliarden Tonnen Ressourcen benötigen bei der Annahme von 9 Milliarden Menschen (Weltbevölkerung).  
     

Betroffene Ressourcen sind vor allem Öl, Metalle, Nicht-Eisenmetalle und Biomasse. Der Abbau von Metallen stieg von 22 Mrd Tonnen im Jahre 1979 auf 70 Mrd Tonnen im Jahr 2010. 

Jährlich landet weltweit etwa ein Drittel der Nahrungsmittel auf dem Müll, verdirbt auf dem Transportweg (Food Loss) oder durch schlechte Erntepraktiken (Food Loss) oder durch das Wegwerfen in der Wohlstandsgesellschaft (Food Waste).

Wächst die Weltbevölkerung weiter wie bisher, benötigt sie 2050 fast drei Planeten wie die Erde, um für ihren bisherigen Lebensstil genügend Ressourcen zur Verfügung zu haben.

Mikroplastik ist ein globales Problem geworden und wurde erstmals auch im menschlichen Körper nachgewiesen.

 

Entwicklungen in der EU und in Österreich

In der EU gibt es z. B. bereits eine Liste kritischer Rohstoffe. Grundlage für die nun bereits zweite Bewertung waren potenzielle Versorgungsengpässe, Konzentration der Rohstoffgewinnung auf einzelne Länder, geringe Substitutionsmöglichkeiten und in fast allen Fällen liegt aktuell eine geringe Sekundärmaterial-Einsatzquote vor. In Summe sind 54 Rohstoffe bewertet worden. 20 wurden als kritisch eingestuft. Zunehmend wird auch die Verknappung von Sand diskutiert.

In der EU werden große Hoffnungen auf das Circular Economy Paket gelegt, das einerseits neue rechtliche Anforderungen in der Abfallwirtschaft bringen wird, Sekundärrohstoffmärkte entwickeln und hier auch Qualitätsstandards festlegen will. Green Procurement der öffentlichen Hand soll forciert werden, dies hätte eine starke Hebelwirkung.


Die EU RL 2014/95/EU musste bis 6. Dezember 2016 in innerstaatliches Recht umgesetzt werden. Hierzu wurde in Österreich das Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetz (NaDiVeG) beschlossen (BGBL 20/2017). Mit diesem Bundesgesetz waren auch Änderungen im Unternehmensgesetzbuch, dem Aktiengesetzbuch, dem Aktiengesetz und dem GmbH Gesetz notwendig. Große Kapitalgesellschaften, die Unternehmen von öffentlichem Interesse sind und an den Abschlussstichtagen das Kriterium erfüllen, im Jahresdurchschnitt (§ 221 Abs. 6 UGB) mehr als 500 Arbeitnehmer zu beschäftigen, haben in den Lagebericht an Stelle der Angaben nach § 243 Abs. 5 eine nicht finanzielle Erklärung aufzunehmen. Statistik Austria schätzt, dass in Österreich ca. 125 Unternehmen betroffen sein werden. Jedes Unternehmen bzw. jede Organisation kann indirekt betroffen sein, wenn sie Teil von Lieferketten sind, und so von den betroffenen Unternehmen hierzu befragt werden. Weiters wird es Unternehmen geben, die zwar laut Gesetz nicht betroffen sind, auch wenn sie mehr als 500 Mitarbeiter beschäftigen, die sich jedoch aus dem Kerngeschäft heraus stark mit Umwelt- und Energiemanagement bzw. dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen und aus dieser Überlegung heraus auch einen Bericht mit nicht finanziellen Kennzahlen herausgeben.

 

Die aktuell verabschiedete Klima- und Energiestrategie mission 2030 sieht z. B. im Energiebereich vor:

  • Der Ausstieg der Ölheizungen im Neubau soll in allen Bundesländer ab spätestens 2020 erfolgen.
  • „Erneuerbaren Gebot“: Beim Ersatz bestehender Ölkessel sollen erneuerbare Energieträger zum Einsatz kommen.
  • Sozial verträglicher Ausstieg aus dem Ölheizungsbestand ab spätestens 2025, beginnend mit Kesseln, die älter als 25 Jahre sind.
  • Bis zum Sommer 2019 soll die aktuelle Subventionspolitik auf kontraproduktive Angebote hinterfragt werden.

 

Beim qualityaustria Lebensmittelforum 2018 in Linz wurden die Themen Food Losses und Food Waste intensiv diskutiert und Lösungsansätze aufgezeigt.

Was können Managementsysteme und Standards leisten?


ISO 14001:2015: Die Zielsetzung ist die Verbesserung der Umweltleistung der Organisation bezogen auf die Tätigkeiten, Produkte und Dienstleistungen und dabei auch den Lebensweg von der Beschaffung, Forschung und Entwicklung, Herstellung, Transporte und Logistik, Marketing und Vertrieb, Nutzungsphase der Produkte und Dienstleistungen, Wiederverwendung, Recycling, Refurbishment bis zu finalen Entsorgung zu betrachten. Dabei kann auch die ISO 14006 Ecodesign unterstützen, weil sie hier wesentlichen Anforderungen der ISO 9001:2015 wie Entwicklung und der ISO 14001:2015 wie Umweltaspekte und –auswirkungen und Lebensweg zusammenführt und in einem Abschnitt auch darlegt wird, wie man Ecodesign starten könnte. In die ökologischen Bewertungen unterstützen auch Ökobilanzierungen von Prozessen oder Produkten bzw. Dienstleistungen nach ISO 14040 und 14044 oder die ISO-Norm zum Carbon Footprint. Die im Abschnitt 8 der ISO 14001:2015 geforderte Notfallplanung und Gefahrenabwehr unterstützt das Ziel der Vermeidung von negativen Umweltauswirkungen von Chemikalien und Abfällen. Synergien können hier mit der ISO 45001:2018 im Bereich der Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz integrativ genutzt werden.

Die ISO 50001:2018 fordert schon in der Energiepolitik eine energieeffiziente Beschaffung und Auslegung der Anlagen und Prozesse und präzisiert im Abschnitt 8 (Betrieb) diese Anforderungen.

Mit eccos²²®  steht ein Qualitätssiegel auf Basis internationaler Standards wie ISO 26000, ONR 192500, SR 10, OECD-Leitsätze, etc. für den Nachweis nachhaltigen Wirtschaftens und der Bewertung der Innovations- und Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zur Verfügung.

Als Berichterstattungsinstrumente – auch im Hinblick auf die Einhaltung des NaDiVeg – eignen sich validierte EMAS-Umwelterklärungen oder validierte Nachhaltigkeitsberichte auf Basis der GRI-Standards (Global Reporting Initiative). Diese Kommunikationsinstrumente können und sollen über die Umweltauswirkungen der Tätigkeiten, aber auch der Produkte und Dienstleistungen glaubwürdig und rückführbar berichten und somit beim Kunden, aber nicht nur beim Kunden, das Vertrauen fördern.

Neben den Managementsystemstandards dürfen hier aber nicht die Produktzertifizierungen wie die staatlich anerkannten Umweltzeichen (Blauer Engel, Österreichisches Umweltzeichen, Europäisches Umweltzeichen) oder FSC® sowie PEFCTM  Zertifizierungen vergessen werden. Die Produktzertifizierungen sind am Point of Sale eine wichtige Informations- und Entscheidungsgrundlage für den Konsumenten, wobei man hier immer die relevante Zertifikatsaussage mitberücksichtigen muss.

Auch Cradle-to-Cradle Zertifizierungen setzen am Produktdesign in der Lieferkette an, um von vornherein kritische und gefährliche Chemikalien auszuschließen.

 

Risiken und Chancen

Uns sollte klar sein: wir stehen so oder so vor disruptiven Entwicklungen. Wir können sie versuchen, konstruktiv zu gestalten oder sie werden passieren und wir sind Zaungast.

Die Folgen des Business as Usual sind vielschichtig: Förderung des Klimawandels, Zunahme der Luftverschmutzung und damit Gesundheitsgefährdung, Rückgang der Biodiversität, Erschöpfung oder Raubbau von Naturkapital, negative Auswirkungen auf Gesundheit und Lebensqualität der Menschen sowie Förderung der Versauerung und Bodenerosion. Dürren, unfruchtbare Böden, kontaminiertes Wasser, etc. werden neue Migrationsströme auslösen.

Die Chancen liegen in der nachhaltigen Produktentwicklung oder Weiterentwicklung der Geschäftsmodelle, in der zukunftsorientierten Ausrichtung und damit Sicherung der Märkte und des Standortes. Bei gleichzeitig kritischer werdenden Kunden und NGOs antizipiert man als Unternehmen einen konstruktiven Dialog mit den Interessenpartnern und vermeidet potentielle Konflikte. Man spart sich Kosten für den Einsatz und Entsorgung kritischer Chemikalien. 

Gerne können Sie mit uns die Klima- und Energiestrategie Mission 2030 und die Roadmap 2050 (mind. Minus 80 % CO2) beim 5. qualityaustria Umwelt- und Energieforum am 29.11.2018 in Wien diskutieren.

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Kontakte

Herr DI Axel Dick, MSc

Prokurist Business Development Umwelt und Energie, CSR

Herr Ing. Wolfgang Hackenauer, MSc

Netzwerkpartner, Produktexperte Umwelt und Energie

Herr DI Peter Sattler, MAS

Netzwerkpartner, Produktexperte FSC CoC, PEFC CoC