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24.05.2019

Mehr Bewusstsein für die Themen Umwelt und Energie

Pflicht- und/oder Verantwortungsbewusstsein?

#mission2030, EEffG, UN-Klimaabkommen, E-Mobilität, Cradle to Cradle – hier handelt es sich um Entwicklungen, mit denen sich Organisationen vermehrt auseinandersetzen (müssen). Dabei sollte das Thema Umwelt und Energie nicht stiefmütterlich behandelt oder als Belastung gesehen, sondern als Chance genutzt werden.

Die Reduktion von Treibhausgasen und die Steigerung der Energieeffizienz in Österreich ist das wesentliche Ziel der Klima- und Energiestrategie #mission2030. Es sind nur wenig Ziele sehr konkret formuliert, aber die grundsätzliche Intention der Mission sind die internationalen Klimaschutzbemühungen - bestimmt am UN-Klimaabkommen - auf nationaler Ebene umzusetzen und so einen Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen und zur Energieeffizienz beizutragen sowie den Ausbau erneuerbare Energiequellen voranzutreiben. Die Abbildung 1 zeigt die bisherige und geplante Entwicklung der Klima- und Energieziele der EU von 2005 bis 2030.

Beim Energieeffizienzgesetz (EEffG) sind die Verpflichtungen schon etwas schärfer als bei der #mission2030. Das Gesetz ist mit 1.1.2015 in Kraft getreten und verpflichtet Energielieferanten ab 25 GWh entgeltlich abgesetzter Energie an Endverbraucher, Effizienzmaßnahmen bei sich selbst, ihren Endkunden oder anderen Endenergieverbrauchern zu setzen oder eine entsprechende Ausgleichszahlung zu leisten (Lieferantenverpflichtung). Ziel dieser EU-Richtlinie ist es, den Energieverbrauch bis 2020 unionsweit um 20 % zu senken und die Energieeffizienz sowie den Anteil an erneuerbarer Energie um jeweils 20 % zu steigern. Da das Gesetz in einem Jahr ausläuft, befindet es sich gerade in der Überarbeitung. Große Unternehmen ab 250 Mitarbeiter sind verpflichtet, entweder mindestens alle vier Jahre ein externes Energieaudit machen zu oder sich nach ISO 14001, EMAS oder ISO 50001 (inkl. internes oder externes Energieaudit) zertifizieren zu lassen. Das Energieeffizienzgesetz ist aktuell in Überarbeitung, um die Fortsetzung nach 2020 sicherzustellen.

Nicht nur rechtliche Rahmenbedingungen und Anforderungen steigern das Bewusstsein für Klimaschutz, auch neue Umwelt- und Nachhaltigkeitssysteme wie die Kreislauf- oder Abfallwirtschaft leisten einen wichtigen Beitrag zur Bewusstseinsbildung und zur Ablösung unserer Wegwerfgesellschaft. Die neue Denkweise zur Abfallwirtschaft soll unter anderem unnötige Verpackungen, Einwegprodukte oder die Herstellung von Produkten mit einer absichtlich kurzen Lebensdauer verhindern. In der Kreislaufwirtschaft sollen alle investierten Rohstoffe möglichst lange im Wirtschaftskreislauf bleiben und nicht nach der jeweiligen Nutzungsdauer deponiert oder verbrannt werden. Produkte und Geschäftsmodelle müssen dabei komplett überdacht werden – die gesamte Lieferkette von der Beschaffung bis zur Entsorgung ist so umzugestalten, dass die Produkte entweder in einen biologischen oder einen technischen Stoffkreislauf zurückzuführen sind. Kanzerogene, mutagene oder reproduktionstoxische Stoffe werden ausgeschlossen. Dieser Anspruch ändert das Produktdesign oder sogar das Geschäftsmodell. Dieser Zyklus wird Cradle to Cradle („von Wiege zu Wiege“) bezeichnet und seit 2010 kann man sich auch „C2C“ zertifizieren lassen. Die Minimierung von Ressourceneinbringung in das System und des Ressourcenverlusts durch Abfall schonen Rohstofflagerstätten und tragen langfristig zur Entlastung der Umweltverschmutzung und der Gesundheitsgefährdung bei.

Das E-Bike hat sich längst etabliert, mittlerweile setzt sich auch das E-Auto zunehmend durch am globalen Markt, denn Elektromobilität gilt als großer Hoffnungsträger für eine Reduktion der Treibhausgase im Verkehrsbereich. Denn 99 % der verkehrsbedingten Treibhausgasemissionen stammen aus dem KFZ-Verkehr – Auto, Bus, LKW – und mehr als die Hälfte daraus aus dem PKW-Verkehr. Doch der Umstieg auf E-Mobilität – auch öffentliche Verkehrsmittel wie die Bahn und Busse betreffend – geht mit einem höheren Strombedarf einher, der für eine klimaschonende E-Mobilität aus Ökostromanlagen stammen muss. Der Strombedarf bei 10 % elektrisch fahrenden Autos wäre um 1,8 % höher, aber der Stromertrag einer kleinen – ca. 18 m² - Photovoltaikanlage deckt bereits den Strombedarf eines E-Autos ab, jener eines 3 MW-Windrades den Bedarf von 2.700 E-Autos. Und es gibt verschiedene Förderprogramme zur E-Mobilität bei der Kommunalkredit.

Abbildung 2 zeigt den Anstieg der Treibhausgasemissionen des Verkehrssektors. Dabei wird ersichtlich, dass Österreich einen vergleichsweise starken Emissionsanstieg seit 1990 zu verzeichnen hat. Hier scheint also noch viel Bedarf an Bewusstseinsbildung zu geben.

Eine ernste und langfristig gedachte Herangehensweise ist auch durch die Implementierung eines Umwelt- oder Energiemanagementsystems möglich. Ein solches System reduziert nicht nur das Haftungsrisiko, sondern verbessert Prozesse, reduziert Abfall- und Energiekosten und trägt schließlich zur Profitabilität des Unternehmens bei. Zusätzlich werden starke Tendenzen zur Bewusstseinsbildung erkennbar, denn Mitarbeiter sind motivierter und treten als starke Markenbotschafter auf. Grundsätzlich folgt die ISO 50001:2018 (Energiemanagementsystem) und die ISO 14001:2015 (Umweltmanagementsystem) folgen nun auch der High Level Structure, kurz HLS, wie die ISO 9001:2015 (Qualitätsmanagement). Die Umsetzung und Anwendung dieser Normen wird durch die gemeinsame Struktur für die Anwender einfacher. KMU können dabei von sehr guten Förderangeboten des Austria Wirtschaftsservice (AWS) für den Aufbau eines Energiemanagementsystems profitieren.

Fazit

Organisationen sehen es teils aus Pflicht und teils aus Verantwortung, sich mit Umweltthemen näher auseinanderzusetzen und diese bereits in ihre Unternehmensziele und –pläne zu integrieren. Einerseits ist diese Entwicklung den rechtlichen Anforderungen beispielsweise dem Energieeffizienzgesetz (EEffG) geschuldet und andererseits erkennen viele Unternehmen durch gewisse Umdenkmaßnahmen wie Cradle to Cradle oder E-Mobilität Chancen für sich, langfristig Kosten zu sparen und umweltschonend zu agieren. Das Thema Energieeffizienz wird uns bis 2050 nicht mehr loslassen, 2020 ist ja nur der erste Schritt. Daher macht es Sinn, sich beruflich wie auch privat mit dem Thema Umwelt und Energie zu befassen und seinen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

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Kontakte

Herr DI Axel Dick, MSc

Prokurist Business Development Umwelt und Energie, CSR

Herr Ing. Wolfgang Hackenauer, MSc

Netzwerkpartner, Produktexperte Umwelt und Energie

Herr DI Peter Sattler, MAS

Netzwerkpartner, Produktexperte FSC CoC, PEFC CoC