25. Juni 2025

Heißes Österreich

Die Auswirkungen der Klimaerwärmung sind in Österreich größer als in anderen Regionen

„Heißes Österreich“ war der Titel im Kurier, ORF, der Standard und andere Medien berichteten ausführlich über den 2. und aktuellen Klimasachstandbericht von 200 Wissenschaftler*innen. 3,1 Grad Erwärmung seien erst der Anfang, 40 Hitzetage pro Jahr mit über 30 Grad sehr gut möglich. Politik, Gesellschaft und Wirtschaft sind allesamt gefordert, denn die jährlichen Schäden durch den Klimawandel betragen bereits 2 Mrd. Euro und könnten auf knapp 11 Mrd. im Jahr 2050 ansteigen. Mit anderen Worten: Nichtstun wird viel Geld und Lebensqualität kosten.

Nicht umsonst wurden mit dem Amendment 2024 Klimawandel und Klimawandelanpassung in allen ISO-Managementnormen wie ISO 9001, ISO 14001, ISO 45001 etc. als Anforderungen aufgenommen, dieser risikobasierte Ansatz macht auch absolut Sinn. Hintergrund ist die sogenannte London Declaration der ISO im September 2021.

Klimawandel spielt im New Green Deal eine zentrale Rolle. Auch die EU-Taxonomie und die Durchführungsverordnungen zur CSRD stellten den Klimawandel in den Brennpunkt. Dabei geht es immer um zwei Perspektiven: um den Beitrag zur Reduktion von Treibhausgasen wie Kohlendioxid, Methan, Lachgas, F-Gase und um die Identifizierung und Bewertung von akuten und chronischen Klimarisiken in den Szenarien kurz-, mittel und langfristig inkl. der Ableitung von möglichen Anpassungslösungen. CO2 wird auch eine neue „Währung“. Die Quality Austria setzt sich daher mit den möglichen Folgen, Chancen und Risiken intensiv auseinander, denn man kann und muss die neuen Herausforderungen aktiv managen. Und die Quality Austria arbeitet auch national und international in der Normung aktiv mit.

Welche Zusammenhänge bestehen zwischen Qualität oder Arbeitssicherheit und dem Klimawandel?

Man könnte meinen, Treibhausgasemissionen und Klimarisiken ist nur ein Umweltmanagementthema. Was hat Klimawandel mit Qualitätsmanagement zu tun? Erträge und Qualitäten in der Landwirtschaft können beeinträchtigt werden. Reis, Kaffee, Bananen, Orangen, Wein haben aufgrund der Wetterextreme Ertragseinbußen hinnehmen müssen, die Preise steigen. Wenn die Anzahl der Hitzetage zunimmt, wird die Einhaltung der Kühlkette im Lebensmittelbereich (HACCP, ISO 22000) herausfordernder. Schädlinge können sich leichter ausbreiten.

Prozesse wie z. B. Kleben, die von Temperaturfenstern abhängen, könnten beeinflusst werden. Die Produktivität könnte sinken, weil die körperliche Belastung zu- und die Konzentrationsfähigkeit abnimmt. Der ILO Report 2019 kommt mit der Prognose 2030 zum Schluss: Hitzestress wird die Produktivitätsstunden um bis zu 2,2% reduzieren. Beim 10. qualityaustria Nachhaltigkeitsforum (zur Nachlese) sagte der anerkannte Umweltmediziner Hutter: „Hitze bedeutet für den menschlichen Körper Schwerstarbeit. Ist es zu heiß, nimmt die Konzentration deutlich aufgrund der thermischen Belastung ab. Dadurch sind wir fehleranfälliger und generell weniger leistungsfähig, wodurch die Qualität leidet“, sagte Hutter. Der Experte plädiert dafür, dass Unternehmen schon jetzt allein aus Eigeninteresse dem Mitarbeiter*innenschutz in ihrer ESG-Strategie eine viel höhere Bedeutung einräumen als bisher. Wenn die Kühlung an ihre Leistungsgrenzen kommt oder gar streikt, kann dies auch die IT-Security (ISO 27001) betreffen, denn die Kühlung von Serverräumen und Rechenzentren ist nötig.

Was hat Klimawandel mit Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutzmanagement zu tun? Mit Anstieg der Temperatur steigen nachweislich Unfälle. Die deutsche Berufsgenossenschaft BG Bau hat 2020 festgestellt, dass bei Temperaturen über 30 Grad die Anzahl der Unfälle um sieben Prozent stieg, der VCÖ beobachtet ebenso einen deutlichen Anstieg von Verkehrsunfällen um ca. 20 Prozent. In der ISO-Welt widmet man dem Klimawandel im Kontext Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sogar eine eigenen ISO-Leitfaden ISO 45007, der aktuell noch in der Fertigstellung ist. Notfallplanungen müssen mögliche Extremereignisse berücksichtigen.

Was können nun ISO-Managementsysteme leisten?

Jede Organisation, die nach ISO-Managementsystemstandards zertifiziert sind, muss in der Kontextanalyse die möglichen Auswirkungen des Klimawandels mitbetrachten, das fördert den risikobasierten Ansatz und zeigt möglichen Chancen und Risken auch langfristig auf. Das bestehende Risikomanagement wird um die Klimarisiko- und Vulnerabilitätsanalyse ergänzt. Damit können die Organisationen entsprechend planen und Anpassungsmaßnahmen umsetzen. Auditor*innen der Quality Austria hinterfragen diese Punkte auch im Audit. Quality Austria empfiehlt hier ergänzend zum Thema die ISO 14090 und 14091.

Klimarisikoanalysen „leicht“ gemacht

Quality Austria Consulting kann Organisationen in der Klimarisikoanalyse unterstützen. Denn durch eine Kooperation hat die Quality Austria Consulting Zugriff auf eine weltweite Datenbank und kann adressspezifisch die akuten und chronischen Risken wissenschaftlich basiert identifizieren. Im Seminar Refreshing Integrierte Managementsysteme werden auch Module zu Klimarisikoanalyse oder Klimawandel und Arbeitssicherheit trainiert.

Wie bilanziert man Treibhausgase richtig?

Die ISO 14064 und ISO 14067 sind internationale anerkannte Standards zur Bilanzierung von Treibhausgasen auf Unternehmens- und Produktebene. Diese Standards werden auch in der europäischen Gesetzgebung referenziert als Stand der Technik. Quality Austria Academy bietet dazu Grundlagen und Vertiefungstrainings schon seit einigen Jahren an. Quality Austria Certification ist bereits für die ISO 14064 weltweit akkreditiert, für die ISO 14067 läuft gerade das Akkreditierungsverfahren. D.h. die Quality Austria prüft Treibhausgasbilanzen für Unternehmen, Projekte und Produkte nach internationalen und akkreditierbaren Standards und stellt entsprechende Prüfbescheinigungen aus. Wenn man mögliche Aussagen zur Klimaneutralität machen möchte, sollte man unbedingt den Standard ISO 14068 in die Bilanzierung integrieren. Treibhausgasaussagen werden damit valide und rückführbar und haben Bestand bei möglichen Greenwashing-Vorwürfen.

Rolle und Hebel der Kreislaufwirtschaft

Ohne einer Transformation des linearen Denkens in eine kreislauforientierte Wirtschaft werden wir die Klimaziele nicht schaffen. Auch der Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit und eine höhere Resilienz der Unternehmen bzw. des Wirtschaftsstandorts werden von der Europäischen Kommission im Clean Industrial Deal bzw. im für 2026 geplanten Circular Economy Act adressiert – die Kreislaufwirtschaft ist hier ein wesentlicher Hebel. Auch diese Entwicklung hat die Quality Austria früh erkannt, die Stiftungsprofessur IQD an der JKU in der Aufbauphase maßgeblich finanziell unterstützt, und durch die Kooperation mit EPEA Switzerland praktische Erfahrungen in der Cradle to Cradle Zertifizierung gesammelt. Quality Austria hat gemeinsam mit der SQS das Assessmentmodell zur Kreislaufwirtschaft Circular Globe® auf Basis des Excellence Modells und internationaler Standards wie ISO 59004ff entwickelt und bietet dies als Leitfaden, als Lehrgang, als Kompaktassessment und als umfassendes Assessment an.

Mit anderen Worten, die qualityaustria Gruppe bietet Werkzeuge und Tools, die allesamt dazu beitragen, fortlaufend besser zu werden, den Carbon Footprint zu reduzieren und Klimarisiken managen zu können. Dies umfasst gezielte Kompetenzentwicklung, spezifische Beratungen, Audits, Assessments und Verifizierungen nach international anerkannten Standards. Gemeinsam können wir Teil der Lösung sein.

Kühlen Kopf bewahren für eine heiße Zukunft – gemeinsam nachhaltig handeln!

Save the Date: 11. qualityaustria Nachhaltigkeitsforum

Diskutieren Sie mit uns mit am 20. November 2025 in Wien!

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