Wie ernst ist die Lage?
Food Fraud: Wenn Vertrauen zur Achillesferse wird
Die aktuellen Zahlen des Alert and Cooperation Network (ACN) Overview 2025 wurden kürzlich veröffentlicht. Der jährliche Bericht der Europäischen Kommission, der die Aktivitäten des ACN im Bereich der Lebens- und Futtermittelsicherheit zusammenfasst, bietet einen detaillierten Überblick über Meldungen zu Risiken, Betrugsfällen und die administrative Zusammenarbeit innerhalb der EU-Agrar- und Ernährungskette. Die Ergebnisse sind alarmierend: Sie verdeutlichen, dass die Bedrohung durch Food Fraud realer denn je ist – und jeden betreffen kann.
Stellen Sie sich vor: Sie wachen an einem ganz normalen Morgen auf und plötzlich steht Ihr Unternehmen in den Schlagzeilen. Nicht wegen der hohen Qualität Ihrer Produkte oder eines innovativen Sortiments, sondern wegen eines Betrugsverdachts in Ihrer Lieferkette. Vielleicht ein falsch deklarierter Rohstoff, ein manipuliertes Produkt oder ein Lieferant, der „wirtschaftlich motivierte Abweichungen“ nicht verhindert hat.
Und dann stellt sich die entscheidende Frage: Hätten wir das verhindern können?
Der Bericht zeigt klar: Prävention, transparente Lieferketten und eine proaktive Überwachung sind heute wichtiger denn je. Denn nur wer frühzeitig Risiken erkennt, kann reagieren, bevor sie zum Problem werden.
Wie ernst ist die Lage? Zahlen, Daten, Fakten
Auch wenn Österreich im europäischen Vergleich zu den Ländern mit vergleichsweise geringem Risiko zählt, zeigen aktuelle Zahlen deutlich: Food Fraud ist ein strukturelles und zunehmendes Problem entlang der gesamten EU-Lebensmittelkette. Laut dem Jahresbericht des EU Alert and Cooperation Network (ACN) wurden im Jahr 2025 insgesamt 3.146 Meldungen über das Warn- und Kooperationsnetz (AAC – Administrative Assistance and Cooperation) eingebracht. Davon entfielen 294 Fälle auf mögliche oder bestätigte betrügerische Praktiken, die vom Agri-Food Fraud Network erfasst wurden. Diese Zahlen unterstreichen, dass Lebensmittelbetrug kein Einzelfall, sondern ein europaweites Risikofeld mit wachsender Relevanz ist.
Food Fraud ist keine Science-Fiction. Die Fälle sind real – und sie passieren täglich. So wird beispielsweise „Extra Vergine“-Olivenöl gestreckt, minderwertige Öle oder andere Pflanzenöle landen als vermeintliches Premiumprodukt auf dem Markt. Honig aus dem Einzelhandel erfüllt in vielen Fällen nicht die angegebenen Herkunfts- oder Qualitätsstandards. Gewürze wie Safran, Kurkuma oder Paprika werden verfälscht, um die Gewinne zu maximieren. Auch Fleischprodukte sind betroffen: Falsche Deklarationen von Tierarten führen nicht nur zu Rückrufen, sondern hinterlassen auch einen nachhaltigen Imageschaden. Und selbst Nahrungsergänzungsmittel sind nicht sicher: unzulässige oder falsch deklarierte Inhaltsstoffe gefährden Verbraucher*innen und Hersteller*innen gleichermaßen.
Diese Beispiele zeigen deutlich, dass Food Fraud überall lauert – in scheinbar alltäglichen Produkten und in jeder Stufe der Lieferkette. Wer hier nicht aktiv vorbeugt, setzt sein Unternehmen einem erheblichen Risiko aus.
Wirtschaftlich motivierte Lebensmittelverfälschungen verursachen Schätzungen der europäischen Union zufolge Schäden in Höhe von etwa 8 bis 12 Milliarden Euro pro Jahr.
Diese Zahlen sind mehr als Statistik – sie sind ein Weckruf. Hinter jedem Alert steckt ein potenzieller Ernstfall: Lieferketten, die beschädigt werden, Kund*innen, die misstrauisch werden, Behörden, die eingreifen. Und eines ist klar: Die Gefahr ist real – und sie nimmt nicht ab. Die Mechanismen von Betrug und Täuschung in der Lebensmittelkette werden immer raffinierter. Traditionelle Kontrollen allein reichen nicht mehr aus – sie müssen ergänzt werden durch strukturelle Prävention und gelebte Prozesse innerhalb Ihres Unternehmens. Auch in Hinblick auf die Analytik ist ein Umdenken gefragt: moderne Labormethoden (z. B. chemischer „Fingerabdruck“, Isotopenanalysen) entdecken verfälschte Produkte, bevor sie in den Markt gelangen. Regelmäßige, risikobasierte Probenahmen sind kein Luxus mehr – sie sind essenziell für ein stabiles Qualitätsmanagement.
Prävention bedeutet handeln, bevor etwas passiert. Denn nur wer die Risiken kennt, kann sie minimieren. Nur wer vorbereitet ist, kann im Ernstfall handeln. Und: Nur wer handelt, bevor etwas passiert, bewahrt sein Unternehmen vor Imageschäden, Rückrufen, rechtlichen Konsequenzen und massiven wirtschaftlichen Einbußen.
Trainingstipp: Food Fraud – Eine unsichtbare Gefahr mit weitreichenden Konsequenzen
In diesem intensiven Tagesseminar beleuchten wir nicht nur die aktuellen Entwicklungen und die wachsende Zahl an Food Fraud Alerts aus dem europäischen Netzwerk. Sie erhalten konkrete Instrumente, um Schwachstellen in Ihrer Lieferkette systematisch zu erkennen und zu bewerten, und lernen, wie ein fundiertes Vulnerability Assessment aufgebaut wird – der Grundstein jeder effektiven Prävention. Darüber hinaus vermitteln wir, wie es gelingt, die gesetzlichen Anforderungen und Standardvorgaben zu erfüllen und welche Präventionsmaßnahmen wirklich sinnvoll sind.
Was, wenn trotz aller Sorgfalt eine Krise eintritt?
Prävention ist essenziell – doch sie reicht oft nicht aus. Wenn Medien, Behörden oder Kund*innen plötzlich Antworten fordern, zählt jede Minute. In solchen Situationen entscheidet die erste Stunde maßgeblich darüber, wie sich der Vorfall entwickelt – und wie souverän Ihr Unternehmen wahrgenommen wird.
Krise – Testen Sie den Ernstfall (Workshop)
In diesem praxisorientierten Inhousetraining vermitteln wir Ihnen genau das — die Fähigkeit, Krisen frühzeitig zu erkennen, strukturiert zu steuern und souverän zu bewältigen. Sie lernen nicht nur, wie Sie Risiken identifizieren und vermeiden, sondern wie Sie im Notfall:
- schnell und klar kommunizieren
- Vertrauen bei Medien, Kunden und Behörden erhalten
- rechtliche Fallstricke umgehen
- und Ihr Unternehmen sicher durch stürmische Zeiten führen
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Krisenkommunikation, Übungen und Simulationen – damit Sie nicht erst im Ernstfall herausfinden, wie es läuft, sondern vorbereitet sind!
Dieses Training gewährleistet nicht nur, dass Sie die Anforderungen diverser Lebensmittelsicherheitsstandards und Normen (IFS Food, BRCGS; FSSC 22000), die regelmäßige Tests vorschreiben, erfüllen, sondern es macht Sie vielmehr zur verlässlichen Größe in kritischen Momenten – eine Kompetenz, die heute mehr denn je über Marktposition, Reputation und Wettbewerbsfähigkeit entscheidet.
Warum gerade jetzt handeln?
Weil sich Risiken nicht auflösen, nur weil wir sie ignorieren. Zahlen aus dem Food Fraud Monitoring des Jahres bestätigen: Betrugsverdachtsfälle bleiben konstant hoch – und sie werden durch neue internationale Lieferketten und steigende regulatorische Anforderungen nicht leichter zu managen.
Lassen Sie nicht zu, dass Ihr Unternehmen das „nächste Opfer“ wird.
Stärken Sie Ihre Organisation durch:
- systematische Risikoanalyse
- wirksame Präventionsmaßnahmen
- messbares Vulnerability Assessment
- professionelles Krisen- und Notfallmanagement
Wir unterstützen Sie genau dort, wo die größten unternehmerischen Risiken entstehen: Seien Sie nicht nur vorbereitet – seien Sie einen Schritt voraus. Melden Sie sich jetzt an oder kontaktieren Sie uns für eine individuelle Inhouse-Lösung >> hier
