07. Juli 2025

Auswirkungen auf unsere Lebensmittel

Klimawandel in Österreich: Erkenntnisse und Handlungsbedarf für die Lebensmittel­branche

Der zweite Österreichische Sachstandsbericht zum Klimawandel (AAR2), erstellt von über 200 Wissenschaftler*innen unter der Leitung des Austrian Panel on Climate Change (APCC), bietet eine umfassende Analyse der klimatischen Entwicklungen und ihrer Auswirkungen auf Österreich. Die Ergebnisse machen deutlich: Der Klimawandel schreitet schneller voran als bisher angenommen und betrifft alle Bereiche unseres Lebens – auch und besonders die Lebensmittelindustrie.

Seit der vorindustriellen Zeit hat sich die durchschnittliche Lufttemperatur in Österreich um rund 3,1 °C erhöht – deutlich stärker als im globalen Durchschnitt. Bei einem globalen Temperaturanstieg von 3 °C ist mit bis zu fünf bis sechs Mal mehr heißen Tagen pro Jahr zu rechnen. Die steigenden Temperaturen führen zu mehr Verdunstung, wodurch sich Flussniedrigwasser, Trockenperioden und Wasserknappheit verstärken. Im Jahr 2024 war die Wasserknappheit im Neusiedler See ein deutliches Beispiel für diese Entwicklung.

Auch Niederschläge zeigen komplexe Veränderungen: Während im Winter eher mit einem Anstieg zu rechnen ist, werden die Sommer tendenziell trockener. Gleichzeitig steigt die Intensität von Starkregenereignissen, was das Risiko von Überschwemmungen, insbesondere im Sommerhalbjahr, erhöht. Flutereignisse verschieben sich zunehmend in die Sommermonate, besonders in Ostösterreich. Kleinere Einzugsgebiete reagieren empfindlicher auf diese Veränderungen als große Flüsse. All das hat massive Auswirkungen auf die Landwirtschaft und damit unsere Lebensmittel.

Naturbasierte Lösungen für gesunde Böden

Für die Lebensmittelindustrie hat der Klimawandel vielfältige Auswirkungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Landwirtschaft über Transport und Lagerung bis hin zur Verarbeitung. ErnteausfälleQualitätsverluste bei Rohstoffen und Veränderungen bei Wasserverfügbarkeit und -qualität sind bereits heute spürbare Herausforderungen. Zusätzlich sind viele Produktions- und Kühlprozesse energieintensiv und damit von einem nachhaltigen Umgang mit Ressourcen und Energie abhängig.

Der Bericht betont die Dringlichkeit einer umfassenden Transformation hin zu einer klimaneutralen und resilienten Wirtschaftsweise. Dabei werden nicht nur technologische Lösungen hervorgehoben, sondern auch Verhaltensänderungen, institutionelle Reformen und soziale Gerechtigkeit. Besonders wirksam sind laut AAR2 sogenannte „naturbasierte Lösungen“, etwa eine nachhaltige Landnutzung, der Schutz von Ökosystemen oder CO₂-Speicherung durch humusreiche Böden.

Das sogenannte „Avoid–Shift–Improve“-Prinzip (Vermeiden – Verändern – Verbessern) stellt dabei einen zentralen Ansatz dar: Es gilt, emissionsintensive Aktivitäten zu vermeiden, nachhaltige Alternativen zu fördern und bestehende Prozesse effizienter zu gestalten. In der Lebensmittelbranche bedeutet das z. B. die Vermeidung von Lebensmittelabfällen, die Umstellung auf CO₂-arme Energiequellen oder eine bewusste Produktauswahl und Beschaffung.

Was bedeutet das für uns? Was können wir tun?

Der Bericht kommt zu dem klaren Schluss: Weitermachen wie bisher ist keine Option. Ohne rasches und konsequentes Handeln drohen erhebliche ökologische, wirtschaftliche und soziale Schäden. Gleichzeitig eröffnet eine entschlossene Klimapolitik auch Chancen – etwa durch Innovation, die Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten und eine höhere Resilienz gegenüber zukünftigen Krisen.

  • Rohstoffversorgung sichern: Hitze, Dürre oder Schädlinge bedrohen Ernteerträge. Klimaanpassungsstrategien in Lieferketten und Lagerhaltung sind nötig.
  • Energieeffizienz und Kreislaufwirtschaft stärken: Durch ressourcenschonende Prozesse, Abfallvermeidung und klimaschonende Verpackung lässt sich viel bewirken.
  • Nachhaltige Mobilität und Logistik fördern: Weniger Emissionen beim Transport und mehr regionale Beschaffung können eine große Wirkung erzielen.
  • Verbraucher*innen informieren und miteinbeziehen: Die Nachfrage nach klimafreundlichen Produkten steigt. Transparente Kommunikation schafft Vertrauen.

Normen für nachhaltige und sichere Lebensmittel

Für interessierte Leser*innen: Der gesamte Bericht ist zu finden unter Zweiter Österreichischer Sachstandsbericht zum Klimawandel | AAR2 | AAR2.

Das Thema Nachhaltigkeit hat längst seinen berechtigten Platz in den maßgeblichen Lebensmittelsicherheitsnormen eingenommen. So fordern Normen und Standards wie IFS Food, ISO 22000 oder BRCGS Food zunehmend die Verankerung nachhaltiger Prinzipien in der Unternehmenspolitik und -Praxis. Unternehmen sind angehalten, ökologische Verantwortung mit wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit und Lebensmittelsicherheit zu verbinden – sei es durch energieeffiziente Produktionsprozesse, nachhaltige Lieferketten oder den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen.

Diese Entwicklung zeigt deutlich: Nachhaltigkeit ist kein Nebenschauplatz mehr – sie ist Teil des strategischen Kerns eines zukunftsfähigen Lebensmittelunternehmens.

Quality Austria unterstützt Unternehmen aktiv dabei, diese Anforderungen nicht nur zu erfüllen, sondern auch als Chance zu begreifen. Mit einem breiten Angebot an Seminaren, Lehrgängen und individueller Beratung helfen wir Ihnen, Nachhaltigkeit strukturiert zu implementieren – fachlich fundiert, praxisnah und branchenrelevant. Hier erfahren Sie noch mehr darüber, wie Sie mit Hilfe von Normen dem Klimawandel entgegenwirken können.

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