29. Nov 2016

Vorbeugen mit Managementsystem(en) zahlt sich aus

Return on Prevention (RoP)

Sehr oft wird diskutiert, ob sich ein Arbeitssicherheitsmanagementsystem (AMS) rechnet, oder ob eine reine Erfüllung der rechtlichen Anforderungen nicht ausreichend sei, da die Aufwände für die Bewirtschaftung eines AMS sehr hoch sind. 

Die Einführung eines AMS ist für jede Organisation eine Investition, welche sich rechnet und Erfolg im wirtschaftlichen Umfeld nach sich zieht. Ein AMS ist ein sehr stark ausgeprägtes Präventionssystem – ein „Return on Prevention“ – und dies sollte bei der Entscheidung über die Einführung mitbetrachtet werden.

Die VBG (Deutsche gesetzliche Unfallversicherung) hat eine einjährige Studie durchgeführt, an der 261 Unternehmen teilnahmen. Das Ergebnis dieser Studie zeigt: Prävention zahlt sich aus. Der „Return on Prevention“ für ein Arbeitssicherheitsmanagementsystem [RoP (AMS)] ist 2,3 – für einen investierten Euro erhält die Organisation 2,30 Euro zurück.

Abbildung: Return on Prevention (AMS) entsprechend VGB Studie „Return on Prevention 2.0“

Die Studie ergab (bei allen Studienteilnehmern ausnahmslos), dass sich mit einem Arbeitssicherheitsmanagementsystem neben weniger Arbeitsunfällen und Gefährdungen,auch einzelwirtschaftliche Ziele besser erreichen lassen.

Die Erfolgsfaktoren für die Erzielung eines positiven RoP (AMS) sind entsprechend der Studie:

  • Arbeitsschutz gelebt auf allen Hierarchieebenen
  • Berücksichtigung des Arbeitsschutzes bei der Planung
  • Regelmäßige Zielvereinbarungen zum Arbeitsschutz
  • Koordination des AMS durch Sitzungen des Arbeitsschutzausschusses
  • Bereitstellung umfassender Informationen zum Thema Arbeitsschutz

 

Direkte Auswirkungen auf die Organisation:

  • Weniger Arbeitsunfälle und weniger Gefährdungen
  • Optimierung der Organisation des Arbeitsschutzes zur Vermeidung eines Organisationsversagens (Rechts- und Organisationsicherheit)
  • Corporate Identity und Unternehmensimage
  • Verantwortlichkeiten bei der Unternehmenssteuerung
  • Systematischer Arbeitsschutz als Bestandteil der Führungsprozesse
  • Verbesserung der Beziehungen zu Kunden
  • Klarheit der Ziele bei der Unternehmensplanung
  • Weiterentwicklung der Unternehmensorganisation


Das Ergebnis der VBG Studie ergab, dass sich die Einführung eines AMS lohnt. 

Im Februar 2017 wird in Wien die Sitzung des ISO Komitees zur Erstellung der ISO 45001 (Arbeitssicherheits- und Gesundheitsschutzmanagementsystem – A&GS) stattfinden, damit kommt ein Veröffentlichungstermin der ISO 45001 in der zweiten Jahreshälfte 2017 in realistische Nähe.

Die ISO 45001 wird Anforderungen enthalten, die sich stark an EU- bzw. österreichischen Rechtsanforderungen annähern. Die gemeinsame Struktur der ISO 45001, ISO 9001:2015 und ISO 14001:2015 erleichtert eine Einführung in ein Unternehmen mit bestehendem Managementsystem. Die Implementierung eines Managementsystems nach ISO 45001 bzw. die Erweiterung eines bestehenden Managementsystems erhöht die Rechtssicherheit und unterstützt die Wirtschaftlichkeit.

 

Weiterführende Informationen

Eine Gegenüberstellung der Anforderungen der Normen (ISO 9001:2015 / ISO 14001:2015 / ISO DIS 45001:2016 / ISO 50001:2011 und ISO 22301:2012) finden Sie in diesem Newsartikel bzw. diesem PDF.

 

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Autor und Ansprechpartner

Team

Herr Eckehard Bauer, MSc

Prokurist Business Development für Sicherheitsmanagement, Business Continuity, Risiko, Security, Compliance und Transport

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