Das Gesundheitssystem steht bereits seit einigen Jahren vor zahlreichen Herausforderungen. Nicht nur die zunehmende Wichtigkeit psychischer Gesundheit und die Frage, wie wir bei höherem Pensionsantrittsalter gesund bleiben, beschäftigen uns – auch Gesundheitsbetriebe selbst brauchen Lösungen für Themen wie Personalmangel, Überlastung des Systems und mehr. Am 10. September widmen sich Expert*innen beim 19. qualityaustria Gesundheitsforum aus Medizin, Wissenschaft und Praxis genau diesen Fragen.
Die aktuellen politischen Diskussionen im Jahr 2025 lassen bereits erkennen: Das Pensionssystem wird reformiert und wir werden als Konsequenz daraus länger arbeiten. Eine Erhöhung des Pensionsantrittsalters bringt allerdings auch viele gesundheitliche Fragen mit sich, denn altersgerechtes Arbeiten muss aktiv gestaltet werden. Individuelle Prävention, betriebliche Gesundheitsförderung und ein resilientes Versorgungssystem müssen zusammenspielen, um Langlebigkeit für den Menschen und gleichzeitig Entlastung für das Gesundheitssystem zu schaffen.
Der Spagat zwischen Eigenverantwortung und der zentralen Rolle von Unternehmen und Gesundheitsbetrieben ist aber kein einfacher. Um Ausfälle in Unternehmen, Belastungen des Gesundheitspersonals und gesellschaftliche Kosten zu minimieren, müssen wir Gesundheit anders denken: Und zwar in Richtung Prävention statt teurer Reparaturmedizin. Für Gesundheitsbetriebe bedeutet das, neue Ansätze wie Telemedizin, Erstversorgungsambulanzen und neue Vergütungssysteme für Ärzt*innen, Spitäler oder andere Gesundheitsdienstleister umzusetzen.
Marica Pfeffer-Larsson, Branchenmanagerin für Gesundheitswesen bei Quality Austria, zum Gesundheitssystem der Zukunft:
„Gesundheit lebt einerseits von der individuellen Eigenverantwortung jeder*s Einzelnen – andererseits braucht es ein präventives Gesundheitssystem, das aktuellen Anforderungen gerecht wird, damit das Konzept aufgeht. Genau diese Themen möchten wir beim diesjährigen qualityaustria Gesundheitsforum aufgreifen und diskutieren.“
Innovative Einblicke, verschiedene Blickwinkel
Das Programm des 19. qualityaustria Gesundheitsforums beinhaltet nicht nur aktuelle Themen wie Langlebigkeit und gesundes Altern, sondern auch zentrale Fragen über Qualitätsmanagement für Gesundheitsbetriebe, betriebliche Frauengesundheit und vieles mehr. Dr. Slaven Stekovic, Molekularbiologe und Experte für Longevity, bietet in seinem Vortrag „Jung bleiben. Alt werden: Die Wissenschaft der Langlebigkeit“ einen fundierten und praxisnahen Einblick in die aktuelle Wissenschaft der Langlebigkeit. Er zeigt, wie wir mit gezielten Strategien – von Stressmanagement über Muskelaufbau und Gehirntraining bis hin zu Ernährung – Gesundheit und Leistungsfähigkeit langfristig erhalten können.
Dr. Hilde Löfqvist, Gynäkologin und Autorin, teilt zum Thema „Die Chance der Lebensmitte – neue Blickwinkel auf die Ressource Frau in reifen Jahren“ ihr wertvolles Wissen. Die gesellschaftlichen Forderungen seien zu wenig geschlechtsspezifisch angepasst. Ein besseres Verständnis für die Frau in den Wechseljahren birgt viel Potenzial für Arbeitsleben und Gesellschaft.
Herta Falkensteiner und Mag. Andreas Konecny, Geschäftsführung, ARGE QUASI, sprechen darüber, „Wie Prozessmanagement Halt und Struktur in unsicheren Zeiten geben kann“. Die Aufgabe der ARGE QUASI und seiner Mitgliedseinrichtungen ist die Integration von Menschen in den Arbeits-, Ausbildungs- oder Wohnungsmarkt. Die Arbeit mit Menschen braucht Qualitätsstandards: Die Einrichtungen müssen zunehmend anpassungs- und veränderungsfähig sein. Die Vortragenden zeigen, wie sie ein Qualitätsmanagement entwickelt haben und welche Vorteile daraus resultierten.
Fazit: Gesundheit braucht Lösungen mit Weitblick
Gesundheitsbetriebe sowie darin tätige Personen und die Wirtschaft brauchen jetzt innovative neue Lösungen, um die vielschichtigen Herausforderungen von heute zu meistern. Qualitätssicherung, Vorsorge und Resilienz spielen dabei eine zentrale Rolle und brauchen das wirkungsvolle Zusammenspiel von Mensch und Wirtschaft. Das 19. qualityaustria Gesundheitsforum am 10. September in Wien bietet Lösungen und zeigt auf, welche Weichen für ein System gestellt werden müssen, das vorausschauend denkt und belohnt, was langfristig gesund hält.