Automotive

VDA 6, Teil 4 (Verband der deutschen Automobilindustrie)

Motivation und Nutzen

Da Hersteller von Produktionsmitteln nicht nach VDA 6.1 zertifiziert werden konnten, erfolgte 1999 eine Modifikation und basierend auf VDA 6.1 wurde dieser neue Standard für die Hersteller von Produktionsmitteln erstellt. Dies war sicherlich auch in Blickrichtung TES 9000 (QS-9000 für Produktionsmittel) eine längst fällige Ergänzung in Europa. Heute präsentiert sich die VDA 6.4 als eigenständiger Standard und ermöglicht den Nachweis der Erfüllung der automotiven Anforderungen in Bereichen, in denen gegenwärtig keine Zertifizierung nach IATF 16949 möglich ist. Davon direkt betroffen sind z. B. Werkzeughersteller, Anlagen- und Vorrichtungsbauer, Hersteller von Sondermaschinen oder von Umlaufverpackungen.

Die Schrift VDA 6.4 ist grundsätzlich ein deutscher Automobilstandard. Viele deutsche Automobilhersteller überprüfen auf dieser Basis z. B. die Qualitätsfähigkeit ihrer direkten Vertragspartner und haben die Zertifizierung teilweise verpflichtend vorgeschrieben.

Da die Hersteller von Produktionsmitteln nicht nach IATF 16949 zertifiziert werden können, bietet dieser Standard hinsichtlich der Vorgaben zur Erfüllung der spezifischen Anforderungen in der gesamten Lieferkette eine echte Alternative in der Nachweisführung an.

Eine Zertifizierung nach VDA 6.4:2017 stellt immer eine Ergänzung auf Grundlage der Zertifizierung nach ISO 9001 dar. VDA 6.4 bietet mit dem neuen Bewertungsverfahren, das unter anderem mögliche Risiken berücksichtigt, eine hohe Aussagekraft zur Güte des Managementsystems (messendes Verfahren).

Ziele
  • Strategische Businessplanung und deren Umsetzung auf Basis konkreter Geschäftspläne
  • Optimierter Verbesserungsprozess
  • Abgesichertes Projektmanagement
  • Abgesicherte Produktionsprozesse, auch bei Einzelfertigungen oder Kleinserien
  • Nachhaltige Optimierung der Kunden- Lieferantenbeziehung
  • Optimierung der Kundenzufriedenheit
Zielgruppe
  • Hersteller von Produktionsmitteln im Umfeld der Automobilindustrie wie z. B. Werkzeugmacher, Anlagen- und Vorrichtungsbauer, Hersteller von Sondermaschinen oder von Umlaufverpackungen
Kriterien

Richtlinien der VDA 6, Teil 4

Die Schrift VDA 6.4 stellt einen technischen Standard dar. Sie wurde ursprünglich von einer Arbeitsgruppe der deutschen Automobilindustrie unter Berücksichtigung der Anforderungen aus der Schrift VDA 6.1 weiterentwickelt.

In der aktuellen Ausgabe orientiert sich die VDA 6.4 zur Gänze an der Struktur der ISO 9001. Die Forderungen der ISO 9001 wurden inhaltlich voll übernommen. Die spezifischen Mehrforderungen sind in eigenen Kapiteln und Ergänzungen entsprechend der Struktur der ISO 9001 eingefügt.

Wesentliche Zusatzforderungen der VDA 6.4 gegenüber der ISO 9001 sind z. B.:

  • Strategische, kurzfristige sowie mittel- und langfristige Businessplanung
  • Gestaltung der Prozesslandschaft
  • Controlling, finanzielle Berichterstattung
  • Zusatzforderungen im Vertrieb
  • Produktentwicklung
  • Endmontage und Abnahme beim Kunden
  • Kundenbetreuung und Service
Zulassung

Quality Austria – Trainings, Zertifizierungs und Begutachtungs GmbH ist beim VDA-QMC für die VDA 6.1 mit 12/1996, für VDA 6.2 mit 03/1999 und für VDA 6.4 mit 03/1999 zugelassen.

Quality Austria – Trainings, Zertifizierungs und Begutachtungs GmbH ist die als jeweils erste vom VDA zugelassene Zertifizierungsstelle Österreichs.

Andere relevante Normen

Diverse VDA Bände und die Vorgaben der Hersteller, ISO 9001, IATF 16949

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