03. Sep 2018

Handeln für den Klimaschutz

SDG steht für Sustainable Development Goal. Die UN hat hier 17 Hauptziele im September 2015 publiziert und damit eine Agenda bis 2030 festgelegt. Die 17 Hauptziele gliedern sich in 169 Unterziele. Lenzing, hollu Systemhygiene AG oder die Innsbrucker Kommunalbetriebe AG sind nur wenige Beispiele von österreichischen Unternehmen, die die SDGs in ihre strategische Planung eingebunden und die für sie relevanten z. B. in Nachhaltigkeitsberichten auch referenziert haben.

Quality Austria will nun in Kooperation mit CSR Dialogforum und anderen Netzwerkpartnern wie denkstatt GmbH, einzelne Ziele herausgreifen und kurz vorstellen. In den folgenden qualityaustria TIMES wird jeweils ein Ziel kurz skizziert, um für Ihre Planung 2019 auch den einen oder anderen Impuls anstoßen zu können.

 

SDG 13 – Take ACTION

Heute wollen wir aufgrund des sehr heißen und trockenen Sommers das SDG Ziel 13 auswählen: KLIMAWANDEL - Vordringlich Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen.

In der englischen Übersetzung steht „take urgent action to combat climate change and it´s impacts“.In der englischen Fassung kommt unseres Erachtens die Dringlichkeit und Wichtigkeit sprachlich noch besser zum Ausdruck. „To take action“ forderte auch Arnold Schwarzenegger in der Wiener Hofburg beim R20-Gipfel im Juni 2018.

In den Unterzielen zu SDG 13 wird betont, die Resilienz zu stärken, ebenso Anpassungsstrategien, um mit klimawandelbedingten Gefahren und Naturkatastrophen in den Ländern besser umgehen zu können. Ziel ist es Klimawandel in nationale Politiken, Strategien und Planungen zu integrieren. Ziel ist es auch, die Ausbildungen, Bewusstseinsbildung zu verbessern, ebenso Frühwarnsysteme zu verbessern und Auswirkungen zu reduzieren. Und man hat sich international in den Klimaschutzverhandlungen verständigt, dass die Industrieländer den weniger entwickelten Ländern 100 Milliarden Dollar jährlich ab 2020 zur Unterstützung zur Verfügung stellen.

 

Worum geht es eigentlich

Das Klima weltweit ändert sich schneller als bislang angenommen. Das bringt nicht nur lokal anderes Wetter, sondern verändert die Vegetation ganzer Regionen und hat schwere Naturkatastrophen zur Folge.

 

Daten und Fakten

Seit 1990 ist der Ausstoß von CO2 weltweit um fast 50 Prozent gestiegen.
Steigt die Temperatur um 1 Grad Celsius, gehen weltweit die Getreideernten um 5 Prozent zurück. Von 1981 bis 2002 reduzierte sich daher die Ernte von Getreide um jährlich 40 Megatonnen. Der Meeresspiegel stieg zwischen 1901 und 2010 um 19 Zentimeter an. Es wird geschätzt, dass er bis 2100 um bis zu 63 Zentimeter ansteigt.

 

Erste Umsetzung in Österreich

In Österreich gibt es derzeit ein Bundesenergieeffizienzgesetz mit klar definierten Zielen bis 2020. Energieversorger, große Unternehmen werden hier in die Pflicht genommen. Externe Energieauditoren müssen entsprechend kompetent sein, um sich für solche Energieaudits nach EN 16247 bei der Monitoringstelle zu qualifizieren. 2019 wird wieder die nächste Meldeverpflichtung für große Unternehmen relevant. Die österreichische Bundesregierung hat 2019 die nationale Klima- und Energiestrategie Mission 2030 verabschiedet, um ihre Leitplanken zu setzen, Schwerpunkte der Handlungsfelder zu definieren. Aktuell werden in strategischen Projekten auf regionaler Ebene Anpassungsstrategien diskutiert. Ein zentrales Ziel in Österreich ist es, 2030 nur noch Strom aus Erneuerbarer Energie bereitzustellen.

Die ISO 14001:2015 adressiert z. B. über die Kontextanalyse und insbesondere über die Analyse der Umweltzustände den möglichen Einfluss des Klimawandels auf das Erreichen der erwarteten Ergebnisse. In vielen Unternehmen ist Energie ein relevanter Umweltaspekt, der verschiedene Auswirkungen haben kann auf Klimawandel, Schadstoffbelastung (NOx; CO; VOC) inkl. Bildung von Vorläufersubstanzen für das bodennahe Ozon. Die ISO 14001 fordert auch die Kompetenzentwicklung und die Bewusstseinsbildung auf allen Ebenen in der Organisation.

In der ISO 50001 liegt der Fokus auf Energiemanagement und Verbesserung der energiebezogenen Leistung, dh Steigerung der Energieeffizienz.
In GRI und ONR 192500 wird das Thema relevant, wenn die Wesentlichkeitsanalyse der Themen und der Anforderungen sowie Erwartungen der interessierten Parteien, der Klimawandel und die Nutzung von Energie als wesentlich vom Management herausgearbeitet hat. Dann gilt es auch hier, Ziele abzuleiten, Kennzahlen zu bestimmen, Daten zu messen und zu überwachen. Ähnliches gilt für das eccos22 Assessment, um hier Innovationen zu fördern.

 

Risiken und Chancen

Die Risiken liegen darin, dass wir nichts tun oder zu wenig. Die jährlichen Schadenssummen alleine in Österreich werden sich auf bis zu acht Milliarden im Jahr 2050 hochschrauben. Einen Vorgeschmack haben wir heuer bekommen: Dürre und Ernteausfälle, Waldbrände – auch in Österreich, Deutschland und Schweden. Wasserschifffahrt kommt zum Erliegen. Borkenkäfer, Eichenprozessionsspinner, Buchdrucker fressen die Wälder kahl,...
Die Münchner Rückversicherung bewertet in ihrer Risikolandkarte die Folgen des Klimawandels höher als Terrorismus oder Migration.

Die Chancen liegen darin, die Auswirkungen des Klimawandels zu begrenzen, unabhängiger von fossilen Rohstoffen zu werden, weniger Luftschadstoffe, durch regionale Projekte die Wertschöpfung in der Region zu erhöhen. Produkt- oder Geschäftsmodellinnovationen bieten neue Chancen.

Relevante Unterziele für Unternehmen

SDG 13.2    Klimaschutzmaßnahmen in die nationalen Politiken, Strategien und Planungen einbeziehen
SDG 13.3    Die Aufklärung und Sensibilisierung sowie die personellen und institutionellen Kapazitäten im Bereich der Abschwächung des Klimawandels, der Klimaanpassung, der Reduzierung der Klimaauswirkungen sowie der Frühwarnung verbessern

Ansprechpartner Umwelt und Energie

Team

Herr DI Axel Dick, MSc

Prokurist Business Development Umwelt und Energie, CSR

Netzwerkpartner

Herr Ing. Wolfgang Hackenauer, MSc

Netzwerkpartner, Produktexperte Umwelt und Energie

Netzwerkpartner

Herr DI Peter Sattler, MAS

Netzwerkpartner, Produktexperte FSC CoC, PEFC CoC und ISO 38200

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