19. Feb 2019

Die nächste Stufe der Innovation – Cradle to Cradle

Digitale Disruption

Sie denken, die Digitalisierung der Wirtschaft ist vorbei? Nein, sie hat gerade erst begonnen. Und sie wird alles, was Sie kennen, radikal auf den Kopf stellen. Sie wird Ihren Beruf, Ihr Leben radikal verändern. So, wie Sie es kaum für möglich halten“ schreibt Dr. Jens-Uwe Meyer in seinem aktuellen Buch „Digitale Disruption – Die nächste Stufe der Innovation“.

Was ist Disruption?

Disruption ist ein Prozess, bei dem ein bestehendes Geschäftsmodell oder ein gesamter Markt durch eine stark wachsende Innovation abgelöst beziehungsweise „zerschlagen“ wird. Traditionelle Geschäftsmodelle werden von neuen Marktteilnehmern ausgehebelt.

Von der digitalen Disruption ist jede Berufsgruppe betroffen:

  • Anwälte (Teil des Know-hows wird gerade digitalisiert),
  • Ärzte (die Untersuchung per Smartphone ist schon heute Realität),
  • Banker (Supermarktkassen ersetzen Bankfilialen).

 

Digitale Transformation versus Digitale Disruption

In der Digitalen Transformation werden Systeme der künstlichen Intelligenz Versicherungsarbeiter dabei unterstützen, Betrugsfälle gezielter zu erkennen als bisher. Disruptive Unternehmen werden daran arbeiten, den kompletten Prozess der Sachbearbeitung zu automatisieren und den Versicherungssachbearbeiter zu ersetzen.

 

Die sieben Prinzipien Digitaler Disruption

  • P1: Nutzen statt kaufen (Auto, Haus, Boot, usw.)
  • P2: Das macht dann die Gemeinschaft – Crowdifikation (irgendwo findet sich wer, der etwas leistet)
  • P3: Zielgruppe eins (Anpassen an das Produkt und nicht umgekehrt)
  • P4: Glaskugel 3.0 (Wissen, was der Kunde morgen tut – Predictive Analytics: z.B. Wettervorhersage mit Empfehlung verknüpft)
  • P5: Kompetenzstandardisierung (Anwälte, Ärzte, Berater, Steuerberater, Sachbearbeiter, usw.)
  • P6: Zentralisierung der Kundenschnittstelle (wer den Kunden hat, hat das Geld)
  • P7: Radikale Effizienzsteigerung (was passiert, wenn Einkauf, Verkauf, Produktion und Logistik miteinander vernetzt werden? – reine Produkthersteller wird es künftig nicht mehr geben)

Wissen als Ressource gewinnt immer mehr an Bedeutung.

 

Wissen als bedeutende Ressource

Schulen müssen zukünftig ganz andere Kompetenzen stärken. Reine Wissensvermittlung wird künftig nicht mehr genügen. Um den Anforderungen der Gesellschaft gewachsen zu sein, braucht es neue Fähigkeiten in:

  • Wissensrecherche: Die Fähigkeit mit unterschiedlichen Suchstrategien aus einer Vielzahl von Quellen die für eine Fragestellung passenden Antworten zu finden.
  • Wissensbewertung: Die Fähigkeit, Wissensquellen zu hinterfragen, Fakten zu verifizieren und Widersprüche zu klären.
  • Wissensvernetzung: Die Fähigkeit, unterschiedlichste Fachgebiete miteinander zu vernetzen und auf Basis dieser Vernetzung neue Ideen und Lösungen zu entwickeln.
  • Wissensaufbau: Die Fähigkeit, vorhandenes Wissen in Frage zu stellen und neues Wissen zu schaffen.
  • Wissenspräsentation: Die Fähigkeit, Wissen in unterschiedlichster Art und Weise darzustellen.

Schüler von heute werden morgen mehr und mehr in Projekten arbeiten, die genau diese Fähigkeiten einfordern, Es ist fast schon ironisch, dass Kinder heute gute Noten dafür bekommen, dass sie das vorgegebene Wissen auswendig lernen und wiedergeben, während in der Wirtschaft gerade diese Art von Tätigkeit von Algorithmen ersetzt wird.

 

Die Entwicklung der digitalen Innovationsfähigkeit

In der digitalen Zukunft zählt vor allem eines: Geschwindigkeit! Die digitale Innovationsfähigkeit beantwortet drei Fragen:

  • Wie viele Ideen für innovative, digitale Geschäftsmodelle entstehen im Unternehmen?
  • Wie schnell kommen Teams von der ersten Idee bis zur erfolgreichen Umsetzung?
  • Wie schnell kann das digitale Geschäftsmodell wieder angepasst und verändert werden?

 

Was ist zukünftig verstärkt zu beachten?

In Zeiten der digitalen Disruption müssen Unternehmen lernen, wie ihr aggressivster Mitbewerber zu denken. Sie müssen bereit sein, digitale Innovationen zu entwickeln – auch wenn diese ihr aktuelles Geschäftsmodell kannibalisieren. Wenn sie es nicht tun, wird es jemand anders für sie übernehmen.

Organisationen sind in unserer schnelllebigen Zeit massiven Veränderungen unterworfen. Nur agile Unternehmen schaffen es ohne nennenswerte Schrammen. Unter Agilität versteht man die Fähigkeit von Organisationen, zeitgerecht und effizient auf Veränderungen zu reagieren. Veränderung braucht aber Führung.

 

Was zeichnet nun zukünftig erfolgreiche Unternehmen aus?

  • Sie verstehen den Zweck ihrer Existenz und die Einflussfaktoren auf diesen (Umweltzustände, externe und interne Themen, rechtliche Verpflichtungen sowie Erfordernisse und Erwartungen interessierter Parteien)
  • Sie haben die Fähigkeit, zeitgerecht und effizient auf Veränderungen zu reagieren (Agilität).
  • Sie haben die Fähigkeit, zeitgerecht auf erkennbare Gefährdungen zu reagieren und Chancen aktiv zu ergreifen.
  • Sie setzen Vertrauen in ihre zukünftigen Leistungen und Ergebnisse, da sie die bestehenden Ursachen-Wirkungs-Zusammenhänge verstehen.
  • Sie verstehen es immer besser die richtigen Dinge richtig zu tun.
  • Sie nutzen digitale Innovationsfähigkeit für die umweltgerechte Produktgestaltung

 

Hier möchte ich überleiten zu:

 

Zukünftige Qualitätsgestaltung – Cradle to Cradle

Abfall war gestern, ab sofort gibt es nur noch Nährstoffe. Alle Produkte verbleiben in einem steten Kreislauf, eingesetzt werden nur noch gesunde, unbedenkliche Materialien. Was wie eine Version aus einer fernen Zukunft klingt, ist vielerorts bereits Realität, und das Konzept hat einen Namen: Cradle to Cradle (von der Wiege bis zur Wiege). Umweltgerechte Produktgestaltung wird immer mehr zum Qualitätsthema. Wichtig dabei ist wieder einmal die Unterscheidung zwischen Effektivität und Effizienz (siehe: Qualitätsgestaltung – Ökoeffektivität versus Ökoeffizienz - Quality Austria).

Autor

Netzwerkpartner

Herr Ing. Wolfgang Hackenauer, MSc

Netzwerkpartner, Produktexperte Umwelt und Energie

Ansprechpartner Umwelt und Energie

Team

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Prokurist Business Development Umwelt und Energie, CSR

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Herr Ing. Wolfgang Hackenauer, MSc

Netzwerkpartner, Produktexperte Umwelt und Energie

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