28. Feb 2019

Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) und Verbrauchsdatum

EU-Nachhaltigkeits­strategie im Bereich Lebensmittel

Unter dem Titel „Towards a sustainable Europe by 2030“ präsentierte die EU-Kommission im Jänner 2019 das aktuelle Strategiepapier zur Nachhaltigkeit, welches in Hinblick auf den im April 2019 geplanten EU-Gipfel zum Thema Nachhaltigkeit erstellt wurde.

Der Schwerpunkt liegt auf den wichtigsten politischen Grundlagen für die Nachhaltigkeitswende. Angesprochen werden u.a. der Übergang von der linearen zur Kreislaufwirtschaft, Maßnahmen zur zukunftssicheren Energieversorgung, die Korrektur von Ungleichgewichten im Lebensmittelsystem, Maßnahmen im Finanz- und Steuersystem sowie in der Bildung und Forschung. Weiteres werden Optionen in den Bereichen Mobilität, Gebäude, Energie und Sozialpolitik vorgestellt. Digitalisierung und Nutzung der Vorteile neuer Technologien wie der künstlichen Intelligenz bieten vielseitige Möglichkeiten, um auch nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Umwelt zu ermöglichen. Unter der Prämisse „Nachhaltigkeit als große Chance zu sehen“ werden zahlreiche Herausforderungen, mit den Europa konfrontiert ist, erläutert, bewertet und Szenarien dargestellt, wie diese bestmöglich bewältigt werden können.

Der Bericht lässt mit Zahlen, Daten und Fakten aufhorchen und führt uns vor Augen, dass es JETZT an der Zeit ist, gemeinsam etwas zu unternehmen, die begrenzten Ressourcen unseres Planeten auch für nachfolgende Generationen zu wahren und Verantwortung für die Zukunft unseres Planeten zu übernehmen. So wird u.a. aufgezeigt, dass die Lebensmittelproduktion nicht nur große Mengen an Trinkwasser und Energie verbraucht, sondern auch Unmengen an Schadstoffen verursacht und für etwa 11,3% der Treibhausgasemissionen der EU verantwortlich ist. Dazu kommt, dass sich rund 43 Millionen Menschen in der EU nicht jeden zweiten Tag eine regelmäßige qualitativ hochwertige Mahlzeit leisten können, obwohl wir etwa 20% der gesamten Nahrungsmittelproduktion jährlich verschwenden.

Österreichische Haushalte vernichten bis zu 157.000 Tonnen an geöffneten oder original verpackten Lebensmitteln, wenngleich diese bei zeitgerechtem Konsum noch genießbar gewesen wären. In den meisten Fällen landen Lebensmittel in privaten Haushalten im Müll, sobald das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist.  Tatsächlich ist das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) aber nicht das Datum, bis zu welchem ein Lebensmittel in der Regel genusstauglich ist und damit verzehrt werden darf. Das MHD gilt vielmehr als Garantie des Herstellers, dass das Produkt bei einer sachgerechten Lagerung die bedingungsgemäß zu erwartenden Eigenschaften und die volle Genusstauglichkeit mindestens bis zu diesem Datum behält. Üblicherweise sind Lebensmittel über das angegebene Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus haltbar. Es obliegt dem Verbraucher durch sensorische Prüfung (Aussehen, Beschaffenheit, Geruch, Geschmack) festzustellen, ob ein Lebensmittel noch verzehrt werden kann. Generelle Aussagen um wie viel länger ein Lebensmittel haltbar ist, sind in der Regel nicht oder nur schwer möglich, da die Haltbarkeit von Produkt zu Produkt und auch in Abhängigkeit von den Lagerungsbedingungen unterschiedlich ist.

Wird auf der Verpackung allerdings ein sogenanntes Verbrauchsdatum ("zu verbrauchen bis") angegeben, bedeutet das, dass das Produkt, wenn dieses Datum überschritten wird, als „nicht sicher“ zu beurteilen ist. Das Lebensmittel sollte in diesem Fall trotz korrekter Lagerung nicht mehr konsumiert werden, da es möglicherweise gesundheitsschädlich sein könnte. Ein Verbrauchsdatum befindet sich auf sehr leicht verderblichen Lebensmitteln, wie Faschiertem, Fisch oder auf Produkten, die aus rohen Eiern hergestellt wurden.

Der Hinweis „zu verkaufen bis“ wird ebenfalls bei leicht verderblichen Produkten angebracht mit der Absicht, dass der Handel diese Produkte rechtzeitig aus dem Verkehr ziehen kann. In diesen Fällen ist der Handel gefordert, durch Maßnahmen wie Preisreduktion oder Mengenrabatte, ein Aussortieren und Vernichten der Produkte bestmöglich zu vermeiden.

Fakt ist, dass wir in Europa, obwohl wir hohe Sozial- und Umweltstandards haben, vor komplexen Herausforderungen, bedingt durch Klimawandel, Probleme in der Versorgung der wachsenden Weltbevölkerung, dem demographischen Wandel, Migration, ökologischen Schäden und sozialer Ungleichheit stehen. Die EU-Nachhaltigkeitsstrategie zielt darauf ab, diese globalen Herausforderungen bestmöglich zu bewältigen und eine nachhaltige Entwicklung und Schonung der Ressourcen zu sichern.  Die Umsetzung der Ziele wird aber nur möglich sein, wenn jeder Einzelne bereit ist, seinen Beitrag zu leisten, Opfer zu bringen und mit Verantwortungsbewusstsein und Hausverstand zu agieren. In diesem Sinne gilt es, klein zu beginnen, unsere Sinne zu trainieren und Verlust und Verschwendung von Lebensmitteln auch zuhause entgegenzuwirken.

Autorin

Netzwerkpartner*in

Frau Mag. Elisabeth Voltmer

Netzwerkpartnerin, Produktexpertin Trainings Lebensmittelsicherheit

Ansprechpartner Lebensmittelsicherheit

Team

Herr Mag. Stefan Hainzl

Business Development Lebensmittel

Team

Herr DI Wolfgang Leger-Hillebrand

Prokurist Branchenmanagement Lebensmittelsicherheit

Netzwerkpartner*in

Frau Mag. Elisabeth Voltmer

Netzwerkpartnerin, Produktexpertin Trainings Lebensmittelsicherheit

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