01. Jul 2015

FDIS ISO 14001 – Risikobasierter Ansatz auch in der Umweltmanagement­norm

Ausgangssituation

Seit den Arbeiten in Tokyo (Feb. 2015) wurde der Normtext zu diesem Kapitel wieder an die High-Level-Structure angepasst. Der risikobasierte Ansatz findet sich damit sowohl in der ISO 9001 als auch in der ISO 14001.

Auszug aus dem aktuellen FDIS Kapitel 6.1 Actions to address risks and opportunities

General
The organization shall establish, implement and maintain the process(es) needed to meet the requirements in 6.1.1 to 6.1.4.
When planning for the environmental management system, the organization shall consider

  • the issues referred to in 4.1 (→ Anmerkung der Autoren: Kontext inkl. Umweltzustand)
  • the requirements referred to in 4.2 (→ Anmerkung der Autoren: Bedürfnisse und Erwartungen der Interessierten Parteien)
  • the scope of its environmental management system (→ Anmerkung der Autoren siehe Kapitel 4.3, Festlegung des Anwenungsbereiches)      

 

Wichtige Erkenntnisse

  • In der englischen Fassung der FDIS ist die Rede von einem Prozess bzw. von Prozessen.
  • Wichtige Inputs für den Prozess „Risken und Chancen“ sind die Eingabeperspektiven
    • Umweltaspekte
    • Compliance Obligations (deutsche Übersetzung: Bindende Verpflichtungen, Anmerkung: rechtliche Verpflichtungen in der noch aktuellen Version der ISO 14001)
    • Ergebnisse aus der Kontextanalyse, dh interner Kontext, externer Kontext inkl. Einfluss des Umweltzustandes auf die Organisation und vice versa.
    • Bedürfnisse und Erwartungen interessierter Parteien
  • Hier werden auch konkret die Notfallsituationen(emergency situations) angesprochen. Damit gibt es zu Kapitel 8.2 Emergency preparedness and response eine direkte Verbindung (Wechselbeziehung).
  • Outputs aus dieser Analyse, dh risiko- und chancenspezifische Erkenntnisse sind wiederum Inputs für die Maßnahmenplanung. Dabei hat die Organisation die technischen Optionen und finanziellen, operativen und geschäftlich-strategischen Anforderungen zu berücksichtigen.
  • Beim internen Audit (Kapitel 9.2) gibt es zum Thema risks and opportunities keinen direkten Bezug. Indirekt ist wird dieser Punkt aber im Kapitel 9.1.2 Evaluation of compliance im Rahmen der Performance Evaluation oder allgemein über Kapitel 9.1.2a (… conforms to: the organization’s own requirements for its environmental management system; the requirements of this International Standard…) angesprochen.
  • Risiken und Chancen sind auch im Maßnahmenreview zu behandeln.

 

Schlussfolgerungen:

  • „Risks and Opportunities“ zieht sich wie ein roter Faden durch die Norm und hat verschiedene Betrachtungswinkel.
  • Die Organisation wählt eine (oder mehrere) Methode(n), mit der die Risiken und Chancen ermittelt werden.
  • Die Methode der Wahl kann eine einfache qualitative Abschätzung oder eine ausführliche quantitative Bewertung umfassen sein.
  • Die Auswahl hängt ab vom Umfeld (siehe auch Kernthema: Organisation in ihrem Umfeld und externe Kommunikation), in dem sich die Organisation bewegt.
    • Größe
    • technologischer Sektor
    • Reifegrad des Managementsystems
    • Methodenkompetenz
  • Die Methode muss die verschiedenen Perspektiven von risks and opportunities berücksichtigen wie Kontext, Umweltaspekte, Rechtsrisken, Notfälle. Damit ist ein sehr umfassender Ansatz sichergestellt.
  • Durch die High Level Structure ist eine effektive Integration der ISO 14001:2015 in ein Qualitätsmanagementsystem nach ISO 9001:2015 sehr gut möglich.
  • Das Resultat dieser Ermittlung fließt in die Maßnahmenplanung und die Zieldefinition ein und wird im Managementreview auf ihre Wirksamkeit bewertet. Damit schließt sich der PDCA-Zyklus.

Autor

Team

Herr DI Axel Dick, MSc

Prokurist Business Development Umwelt und Energie, CSR

Netzwerkpartner*in

Herr Ing. Wolfgang Hackenauer, MSc

Netzwerkpartner, Produktexperte Umwelt und Energie

Ansprechpartner

Team

Herr DI Axel Dick, MSc

Prokurist Business Development Umwelt und Energie, CSR

Netzwerkpartner*in

Herr Ing. Wolfgang Hackenauer, MSc

Netzwerkpartner, Produktexperte Umwelt und Energie

Netzwerkpartner*in

Herr DI Peter Sattler, MAS

Netzwerkpartner, Produktexperte FSC CoC, PEFC CoC und ISO 38200

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