30. Nov 2020

Theoretische und praktische Vorbereitung ist das A und O

Notfall – Notfallreaktion – Notfallreaktions­fähigkeit → Menschenschutz

Die Wahrscheinlichkeit durch einen Terrorakt, Anschlag oder sonstiges Gewaltverbrechen direkt betroffen zu sein, ist äußerst gering. Wie wir alle leider aufgrund der jüngsten Ereignisse in Wien bitter lernen mussten, ist es dennoch möglich und kann schneller passieren, als uns lieb ist.

Egal, wie gut Pläne in der Theorie sind, die Umsetzung durch die betroffenen Menschen in der Praxis ist das Entscheidende.

Speziell die beiden Normen ISO 45001 (Arbeitssicherheit) und ISO 22301 (Vermeidung von Betriebsunterbrechungen) beschäftigen sich intensiv mit Notfallszenarien und der Vorbereitung darauf, um durch präventive Maßnahmen ein Eintreten eines Schadens zu vermeiden oder nach dessen Eintritt die Auswirkung so minimal als möglich zu halten.

Sehr oft wird von Notfallplänen gesprochen und nach diesen agiert. Das Entscheidende bei jedem Notfallplan ist, dass die betroffenen Menschen diese Pläne nicht nur kennen, sondern die Vorgaben daraus zum Schutz anwenden können.

Gewusst wie: mit Notfallplänen besser vorbereitet

In der ISO 45001 und ISO 22301 ist die Einbindung der möglicherweise betroffenen Menschen essentiell, was in der Betriebspraxis der Schlüsselpunkt zum Erfolg der Maßnahmen ist. Zum Einem sollen die Menschen durch die Beteiligung an der Erstellung ihre praxisorientierte Expertise einbringen können. Gleichzeitig sind mit dem Verstehen des Notfallplaninhalts betroffene Personen in der Lage, die wichtigsten Verhaltensinformationen aufzunehmen, zu verstehen und anwenden zu können. Zum Anderen dient die praktische Übung der theoretisch erstellten Notfallszenarien dazu, Schwachstellen aufzuzeigen und gleichzeitig die Notfallreaktionsfähigkeit der betroffenen Menschen zu verbessern.

Notfälle oder Krisenereignisse treffen fast nie so ein, wie sie (auch mit bester Motivation) in der Theorie entwickelt werden. Durch das aktive Üben der Notfallreaktionen werden die betroffenen Menschen jedoch mit der Thematik immer vertrauter und haben demnach die Chance beim Ereigniseintritt entsprechend der tatsächlichen Bedingungen bestmöglich zu reagieren.

Richtig reagieren mit praktischen Übungsszenarien

Um bei extremen Notfallereignissen wie beispielsweise Terrorangriffen situationsangepasst richtig zu reagieren, könnte ein Übungsszenario für einen Angriff durch einen Gefährder wie folgt aussehen:

Bildung eines Teams zur Erarbeitung der Maßnahmen laut Notfallplan gemeinsam mit den Entscheidungsträgern

  • Gemeinsame Erarbeitung der denkbaren Szenarien (Was kann geschehen?)
  • Geltungsbereich – für wen gelten die Szenarien und Maßnahmen?
  • Persönliches Verhalten bei Gefahr durch Terror, Amok, Anschlag
  • Zu setzende Maßnahmen in Vorbereitung auf ein Ereignis
    • “We don‘t need a hero”
    • Panik vermeiden
    • Überblick über die Gesamtsituation verschaffen
    • Gefahrenzone schnellst möglich verlassen
    • Schutz suchen – sich verstecken
    • Verteidigen
    • Notruf absetzen

 

Nach dem Ereignis

  • Ableitung von Maßnahmen, welche zur Gefahrenvermeidung sofort umgesetzt werden können
  • Durchführung einer Übung unter der fachkundigen Begleitung (Beobachtung) eines Experten (eventuell aus einer Notfallorganisation)
  • Gemeinsame Durchsprache der Übung und Festlegung der Verbesserungspotenziale

Der Aufwand eines solchen Übungsszenarios ist minimalistisch, kann aber sehr positiv auf die Stimmung von verunsicherten Menschen wirken und im Notfall Sicherheit geben.

In den Normen ISO 45001 und ISO 22301 sind in den Anforderungen sehr gute Handlungsansätze enthalten. Anhand dieser können Systeme zur praktischen Notfallreaktion sehr gut aufgebaut werden.

Autor

Team

Herr Eckehard Bauer, MSc

Prokurist Business Development für Sicherheitsmanagement, Business Continuity, Risiko, Security, Compliance und Transport

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