07. Mai 2019

Ein Statusbericht

Wie bemüht sind Unternehmen, ihren Beitrag zu Nachhaltigkeit zu leisten?

Die Zusammenfassung des SDG Commitment Report 100 und der Status Quo der Nachberichtserstattung seit dem Inkrafttreten des Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetzes (NaDiVeG) sollen darüber Aufschluss geben.

Zusammenfassung des SDG Commitment Report 100: Verfolgung der Bemühungen der Unternehmen, zu den Zielen der nachhaltigen Entwicklung beizutragen.

  • Nur 30-60% des vollen Wertes eines Unternehmens werden im Geschäftsbericht ausgewiesen.
  • Der SDG Commitment Report befasst sich mit den Top 100 der größten Unternehmen auf jedem Kontinent.
  • Auch die europäischen Unternehmen schnitten außergewöhnlich gut ab, 97% zeigten Engagement für die SDGs.
  • Unternehmen auf der Liste von „Fortune's Most Admired“ konzentrierten sich am meisten auf Gesundheit, während Unternehmen in anderer Gruppen auf Klimaschutz konzentrierten.
  • Insgesamt sind einige SDGs in mehr Jahresberichten sichtbar, da auf einigen Märkten gesetzliche Anforderungen bestehen, um diese Themen anzugehen, insbesondere Klimaschutz und Gleichstellung der Geschlechter.

Es gibt regionale Unterschiede, z. B. in Europa sind die fünf Wichtigsten:

  • Klimaschutz (SDG 13: Anmerkung: Treiber ist hier die Europäische Energieeffizienzrichtlinie und die Klimaschutzpolitik, unterstützt durch die ISO 14001, EMAS, ISO 50001)
  • Gleichstellung der Geschlechter
  • Gesundheit und Wohlbefinden (SDG 3: Anmerkung OHSAS 18001 und ISO 45001 unterstützen SDG3)
  • Reduzierte Ungleichheiten
  • Verantwortungsvoller Konsum (SDG 12; Anmerkung: Anknüpfungspunkte sind hier die Anforderungen der Lebenswegbetrachtung in der ISO 14001:2015, ECO Design, Cradle to Cradle)

Verschiedene Regionen zeigen Engagement für SDGs

  • Europäische und asiatische Unternehmen haben sich vor allem auf Klimaschutz konzentriert.
  • Afrikanische Unternehmen haben ihr Engagement für den Abbau von Ungleichheiten unter Beweis gestellt.
  • Nordamerikanische Unternehmen unterstreichen ein starkes Engagement für Gesundheit und Wohlbefinden.

Der sichtbare Nutzen

Die Unternehmen, die auf den SDGs am sichtbarsten sind, erhalten signifikante Beträge an positiver Berichterstattung in Wirtschaftsmedien. In weiterer Folge führt ein größeres Engagement für die SDGs zu einer positiveren Aufnahme bei Finanzanalysten, die von den Nachrichtenmedien zitiert werden.

Schlussfolgerungen

  • Firmenwert wird umfassender dargestellt.
  • Europa ist hier führend.
  • Es gibt kontinentale Unterschiede in den Schwerpunktsetzungen.
  • Rechtliche Anforderungen sind Treiber (Anmerkung z. B. NaDiVeG in Österreich)
  • Positive Berichterstattung in Businessmedien
  • Positivere Wahrnehmung durch Analysten

Status Quo: Was ist seit dem Inkrafttreten des Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetzes (NaDiVeG) passiert?

Seit dem Geschäftsjahr 2017 müssen Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern, die im öffentlichen Interesse stehen (sogenannte „Public Interest Entities“, PIEs) – das sind im Regelfall kapitalmarktorientierte Unternehmen, Unternehmen aus dem Finanz- und Versicherungssektor, sowie Unternehmen von erheblicher öffentlicher Bedeutung laut einzelnen Mitgliedstaaten – über ihre Aktivitäten und Auswirkungen im ökologischen und sozialen Bereich berichten.

In einer umfangreichen Analyse hat die Prüfungs- und Beratungsorganisation EY wurde die Nachhaltigkeitsberichterstattung der wichtigsten Unternehmen Österreichs betrachtet, um aktuelle Entwicklungen in der österreichischen und internationalen Nachhaltigkeitsberichterstattung abzubilden.

Erkenntnisse

  • Statt 100 bis 120 Unternehmen sind es nun nur 76, die unter das NaDiVeg fallen, also deutlich weniger als ursprünglich angenommen.
  • 70 haben berichtet, va in Form gesonderter Berichte (mehr als die Hälfte).
  • GRI ist der wesentliche Standard.
  • Nichtfinanzielle Kennzahlen lassen langfristigere und ergänzende Rückschlüsse auf die Entwicklung eines Unternehmens zu und bieten damit Investoren einen Orientierungsrahmen für die Zukunft.
  • Menschenwürdige Arbeit (SDG 3) und Wirtschaftswachstum, Maßnahmen zum Klimaschutz (SDG 13) und nachhaltiger Konsum sowie Produktion (SDG 12) sind die relevanten SDG-Treiber
  • Nur 26% werden auch extern überprüft. Das ist im internationalen Vergleich z. B. Deutschland sehr wenig.
  • In Italien gibt es eine gesetzliche Verpflichtung zur externen Prüfung.
  • Anzahl der Nachhaltigkeitsberichte der öffentlichen Unternehmen rückläufig von 44 % auf 33 %. Aber alle Berichte basieren auf GRI.

Schlussfolgerungen

  • Vorbildungwirkung der öffentlichen Unternehmen hat nachgelassen.
  • Im internationalen Vergleich spielt die externe Überprüfung in Österreich nur eine geringe Rolle.
  • Berichterstattung wird weiter an Bedeutung gewinnen, aber Ausmaß noch schwer abschätzbar.
  • GRI ist der anerkannte und am meisten genutzte Berichtsstandard.
  • Im Hinblick auf die SDG relevanten Themen wie SDG3, SDG 12 und SDG 13 decken sich beide Analysen für Europa.
  • Im Hinblick auf externe Überprüfung der Berichte gibt es noch Luft nach oben.

Ansprechpartner Gesellschaftliche Verantwortung (CSR)

Team

Herr DI Axel Dick, MSc

Prokurist Business Development Umwelt und Energie, CSR

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