International Featured Standards Food (IFS Food) – Version 6 steht kurz vor der Veröffentlichung
27.10.2011

International Featured Standards Food (IFS Food) – Version 6 steht kurz vor der Veröffentlichung

Was erwartet Lebensmittelunternehmer und Zertifizierungsstellen? Mit welchen Änderungen ist zu rechnen und welche Auswirkungen werden diese auf die betriebliche Praxis haben? Die Quality Austria bietet ab Februar 2012 im Rahmen von Informationsveranstaltungen in ganz Österreich und bei Interesse auch für unsere Südtiroler Kunden Antworten auf diese Fragen.

Seit seiner Gründung im Jahr 2003 hat sich der IFS Food zu einem international anerkannten Standard entwickelt. Mittlerweile sind mehr als 11.000 Unternehmen nach IFS Food zertifiziert – Tendenz steigend. Der IFS Food versteht sich nicht nur als Lebensmittelsicherheitsstandard, sondern auch als Qualitätsstandard. Dies ist in Version 6 noch stärker zu spüren.

IFS Food 6 bietet damit allen Unternehmen die Möglichkeit, Sicherheits- und Qualitätsaspekte in einem zu vereinen, ohne aber den Freiraum der individuellen Gestaltung von Prozessen und Abläufen einzuschränken. Der risikobasierte Ansatz wird dabei auch weiterhin im Fokus des Standards bleiben. Gerade den Eigenmarkenherstellern kommt das verstärkte Augenmerk auf Qualitätsaspekte entgegen, zumal die ausschließliche Erfüllung von Lebensmittelsicherheitskriterien oftmals dem Handel als Nachweis der Qualitätsfähigkeit eines Unternehmens nicht ausreichte. So wird es in Version 6 deutlich mehr Qualitätsanforderungen geben, wie z.B. Regelungen betreffend Gewichtskontrolle und  weitere Anforderungen zu Etikettierung und Nährwertanalysen. Auch dem Thema Verpackung wird verstärkt Rechnung getragen. Künftig wird im Zuge des Audits beispielsweise geprüft, ob das Unternehmen auf Basis einer Risikoanalyse und unter Berücksichtigung der bestimmungsgemäßen Verwendung die Anforderungen an das Verpackungsmaterial definiert hat.

Neu ist auch, dass mit IFS Food 6 zugekaufte Produkte in den Zertifizierungsumfang aufgenommen werden können, wenn die Lieferanten dieser zugekauften Produkte ebenfalls IFS zertifiziert sind. Hierzu sind eigene Kriterien definiert, die u.a. die Zulassung und Überwachung dieser Lieferanten gewährleisten sollen.

Version 6 ist in Abstimmung mit allen in der Lieferkette Beteiligten sowie den Zertifizierungs-stellen entwickelt worden. Die Überarbeitung der seit 2007 gültigen Version 5 wurde nicht nur auf Grund der Notwendigkeit einer Aktualisierung durchgeführt, sondern auch weil die Global Food Safety Initiative (GFSI) ein neues Guidance Document veröffentlicht hat, dessen Anforderungen zum Erhalt der Anerkennung im Benchmarkverfahren erfüllt werden müssen.

Aus diesem Grund werden auch Anforderungen zu Food Defense in die IFS Food Audit Checkliste integriert werden. Diese sollen einen verstärkten Schutz der Lebensmittelkette vor terroristischen Angriffen mit sich bringen. Zudem wird es einen umfassenden Leitfaden geben, der es Unternehmen erleichtern wird, diese Anforderungen - basierend auf einer Risikobewertung - in der Praxis umzusetzen.

Weiters wird das IFS Integrity Program, welches im Jahr 2010 eingeführt wurde, um die Arbeit der Zertifizierungsstellen und Auditoren zu überprüfen, weiter ausgebaut und als fixer Bestandteil des Standards aufgenommen.

Nicht nur der Standard wurde weiterentwickelt, auch die Anforderungen an die Kompetenz der Auditoren werden in Zukunft steigen. Dabei werden die Voraussetzungen zur Zulassung und Aufrechterhaltung derselben verschärft. Auditoren müssen künftig eine Zulassung nach Produkt- und Technologie- Scopes erlangen.

Gleichzeitig werden verbindliche Vorgaben für die Berechnung der Auditzeiten eingeführt und Abweichungen wesentlich strenger zu beurteilen sein. Wird ein Kriterium nicht erfüllt, wird das Ergebnis D mit einem Abzug von „minus 20 Punkten“ (bisher 0 Punkte) bewertet. Damit wird das Ergebnis in Zukunft abgewertet, wenn eine oder mehrere Anforderungen, die nicht unmittelbar eine Auswirkung auf die Lebensmittelsicherheit haben und/oder einen Verstoß gegen rechtliche Anforderungen darstellen, nicht oder unzureichend umgesetzt werden. Den Unternehmen soll damit die Möglichkeit zur kontinuierlichen Verbesserung geboten werden bzw. sollen Herstellerbetriebe, die die Anforderungen besonders gewissenhaft umsetzen, hervorgehoben werden.

Die wichtigsten Neuerungen im Überblick:

  • Neue Berechnung der Auditzeiten
  • Ein vereinfachter Zertifizierungsprozess
  • Änderungen im Bewertungssystem
  • Mehr Qualitätsanforderungen
  • Weitere Anforderungen an Verpackungen
  • Neue Kriterien für zugekaufte Produkte
  • Food Defense: Checkliste und Guideline
  • Integrity Program
  • Erweiterte Zulassungskriterien für IFS Auditoren
  • Kostenloser Download der IFS Standards

 

Informationsveranstaltung

Um alle Kunden auf diese wichtigen Veränderungen bestmöglich vorzubereiten, bietet die Quality Austria 2012 an unterschiedlichen Standorten in ganz Österreich Informationsveranstaltungen zu diesem Thema an.

Termine:

02. Februar 2012 in Wien
19. April 2012 in Linz
30. April 2012 in Lebring
28. Juni 2012 in Linz

Weitere Informationen finden Sie bitte hier.

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Kontakte

Herr DI Alfred Greimel

Prokurist Branchenmanagement Lebensmittel, Land- und Forstwirtschaft

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