01. Jun 2022

Weitere Schritte für Unternehmen

EU-Taxonomie-Verordnung: Was bedeutet sie für Organisationen?

Es gibt weltweit mehr und mehr Gesetze, Verordnungen und Initiativen, die Unternehmen in die Pflicht nehmen, ihre nachhaltigen Leistungen transparent offenzulegen. Alle Maßnahmen haben zum Ziel, Einheitlichkeit darüber zu schaffen, was nachhaltiges Wirtschaften konkret bedeutet und wie man dieses objektiv belegen kann. Gleichzeitig soll Kund*innen damit die Entscheidung für nachhaltige Produkte und nachhaltige Dienstleistungen erleichtert werden. Der EU-Green Deal setzt voraus, dass die EU bis 2050 CO2-neutral werden soll. Ein zentraler Bestandteil dieses EU-Aktionsplans ist die Taxonomie-Verordnung.

Was ist die EU-Taxonomie-Verordnung?

Die Taxonomie-Verordnung – als Teil des EU-Green Deals – ist ein Klassifizierungssystem mit sechs Umweltzielen, das bereits 2020 in Kraft getreten ist. Die Verordnung enthält Bedingungen, wann eine Wirtschaftstätigkeit als ökologisch nachhaltig betrachtet wird und wann nicht.

Die Verordnung hatte nicht zuletzt auch maßgeblichen Einfluss auf die Finanzwirtschaft bzw. die damit verbundene Finanzierung von Projekten, da so nachhaltige Investitionen bzw. nachhaltiges Wirtschaften gefördert werden soll.

„Mithilfe dieses Aktionsplans der EU-Kommission soll die Umlenkung der Kapitalflüsse in nachhaltige Investitionen, die Reduktion der Risiken durch Umweltzerstörung und Ressourcenknappheit sowie die Förderung von Transparenz und langfristigem Denken in der Finanz- und Wirtschaftswelt gelingen“, erklärt Axel Dick, Business Developer für Umwelt und Energie, CSR, Quality Austria.

Nachhaltigkeit messbar

Unternehmen können somit herausfinden bzw. darlegen, inwiefern sie gemäß Taxonomie-Verordnung konform wirtschaften. Kund*innen erhalten zugleich mehr Einsicht dank transparenter Offenlegung. Die Taxonomie-Verordnung gilt auch als wichtiges Maß, Greenwashing zu unterbinden, da klar geregelt und beschrieben wird, welche Aktivitäten als „grün“ bzw. nachhaltig gelten. Die Berichtspflicht ist ein weiterer Schritt in der Annäherung zwischen Nachhaltigkeits- und Finanzberichterstattung.

Zudem wird ab 2023 mit der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) eine Erweiterung der Non-Financial Reporting Directive (NFRD) in Kraft treten. Ab 1. Januar 2026 soll die Pflicht der nicht-finanziellen Berichterstattung für alle kapitalmarktorientierten kleinen und mittleren Unternehmen gelten.

Mehr erfahren? Hier geht's zu unserem Lehrgang CSR!

Weitere Schritte für Unternehmen

Unternehmen müssen ihre Tätigkeiten analysieren und Prozesse aufbauen bzw. fortlaufend verbessern, um die Kennzahlen berichten zu können. Ein erster Schritt kann beispielsweise ein Audit oder die Ermittlung der unternehmensbezogenen CO2-Emissionen sein. „Ohne Managementsystem wird man nur schwer in der Lage sein, den Berichtspflichten nachzukommen, da die aktuellen Entwürfe im Grunde einen Managementansatz sowie robuste Prozesse für eine effektive und effiziente Datenerhebung voraussetzen“, so der qualityaustria Experte Dick weiter.

Die Umweltziele der Taxonomie-Verordnung sind in vielen Punkten kompatibel mit den Zielsetzungen eines Integrierten Managementsystems (IMS) zur Verbesserung der umwelt-, energie- und arbeitssicherheits- bzw. gesundheitsbezogenen Leistungen.

Viele der Themen und Ziele der Taxonomie-Verordnung, etwa im Bereich Umwelt (u. a. Klimawandel und -anpassung, Kreislaufwirtschaft oder Biodiversität), CSR (faire Entlohnung sowie die Einhaltung der Menschenrechte) oder Governance (Risiko Management oder Anti-Korruption) stehen in Korrelation mit den von diversen ISO Standards (z. B. ISO 14001, ISO 31000 oder ISO 37001) geforderten Aspekten. Somit können z. B. mithilfe eines Umweltmanagementsystems wesentliche Punkte analysiert, priorisiert und die ständige Verbesserung von Prozessen vorangetrieben werden. Die ISO 14001 hilft etwa, auf Fragen der Finanzwirtschaft vorbereitet zu sein.

Sie haben Fragen? Gerne stehen Ihnen unsere Expert*innen aus den Bereichen CSR sowie Umwelt und Energie zur Verfügung!
Blättern Sie auch durch unser Angebot an System- und Personenzertifizierungen!

Ihr Ansprechpartner Umwelt & Energie

Team

Herr DI Axel Dick, MSc

Prokurist Business Development Umwelt und Energie, CSR

Weitere News & Events

Immer topaktuell informiert

07. Dez 2022

Warum wir an Kreislauf­wirtschaft nicht mehr vorbeikommen

Befestigungsspezialist Raimund Beck KG gibt Tipps & Tricks

Mehr erfahren
05. Dez 2022

Christian Matzku (50) übernimmt „Sales Steering“ der Quality Austria

Vertriebsprofi heuert bei Zertifizierungsorganisation an

Mehr erfahren
01. Dez 2022

Prozess­management systematisch angehen

Ohne Prozesse = Stillstand

Mehr erfahren
28. Nov 2022

Mit neuen Standards zur grünen Wende

8. qualityaustria Nachhaltigkeitsforum

Mehr erfahren
25. Nov 2022

Einkaufen von Medizin­produkten im Gesundheits­wesen: Teil 3

Anforderungen an Lieferant*innen in der Medizinproduktebranche: Von der ISO 9001 zur ISO 13485

Mehr erfahren
23. Nov 2022

6 Top-Argumente, wieso Sie sich für den Staats­preis Unternehmens­qualität 2023 bewerben sollten

Call for Entries: Einreichfrist läuft bis 15. März 2023

Mehr erfahren
16. Nov 2022

Wie man zu hoher (Unternehmens-) Qualität kommt

FH Campus Wien gibt Tipps für den Weg zur Exzellenz

Mehr erfahren
14. Nov 2022

So können Betriebe ihre Energie­effizienz erhöhen und ihre Treib­hausgas-Bilanz ermitteln

Experte der Quality Austria klärt auf

Mehr erfahren
10. Nov 2022

Qualität – die vergessene Disziplin?

Gedanken zum Weltqualitätstag

Mehr erfahren
10. Nov 2022

Leadership-Strategien gegen den Personal­mangel im Gesundheits­wesen

Nachbericht vom 16. qualityaustria Gesundheitsforum

Mehr erfahren
04. Nov 2022

Bugfixing. Audits mit Mehrwert anstelle von Wenigwert

Audits mit Mehrwert - Good Practices aus der Produktion bis zum Dienstleistungsbetrieb

Mehr erfahren
03. Nov 2022

Einkaufen von Medizin­produkten im Gesundheits­wesen: Teil 2

Achten Sie auf das CE-Kennzeichen

Mehr erfahren
+43 732 34 23 22