04. Apr 2022

Über Qualität im Wandel, Selbstbestimmung und Zukunftspläne

Die neuen qualityaustria CEOs im Gespräch

Bild: Mag. Dr. Werner Paar (links), Mag. Christoph Mondl (rechts) © Fotostudio Wilke

Vor kurzem hat das diesjährige 27. qualityaustria Forum unter dem Motto „Our quality, my contribution: Digital, zirkulär, sicher“ stattgefunden. Die neuen Geschäftsführer der Quality Austria – Mag. Christoph Mondl und Mag. Dr. Werner Paar – begrüßten mehr als 800 Fachkräfte und Entscheidungsträger*innen aus dem Qualitätswesen im Salzburg Congress und vor den Computerbildschirmen. Wir haben uns nach dem Forum mit der Geschäftsführung unterhalten, die letzten Monate Revue passieren lassen sowie einen Blick in die Zukunft der Quality Austria geworfen.

Seit November 2021 sind Sie beide in der Geschäftsführung der Quality Austria aktiv. Was waren Ihre Highlights seit Amtsantritt?

Werner Paar: Seit Beginn und durch Gespräche mit unserem Team in Linz und Wien sowie unseren internationalen Partner*innen merken wir täglich, dass Qualität von allen Mitarbeiter*innen, Auditor*innen, Trainer*innen, Assessor*innen und Fachexpert*innen (ATAFs) gelebt wird – diesen Spirit nehmen wir nicht nur intern wahr, sondern auch unsere Kund*innen und Stakeholder*innen. Diese spürbare Motivation ist auf jeden Fall eines unserer Highlights und hat uns den Einstieg ins Daily Business der Quality Austria sehr erleichtert.

Ein weiterer, großartiger Meilenstein war für uns auch das 27. qualityaustria Forum, welches Mitte März als Hybrid-Event in Salzburg und virtuell stattgefunden hat. Das Feedback war und ist sehr positiv und dieser Dank gebührt auf jeden Fall unseren Mitarbeitenden, die sowohl im Vorfeld durch Planung, Vorbereitung und Organisation als auch während dem Event vor Ort bzw. online Unglaubliches geleistet haben.

Zur Event-Nachlese

Das Motto des 27. qualityaustria Forums drehte sich unter anderem um „Our Quality“. Wie verändert sich Qualität mit der Zeit und wohin geht die Reise?

Christoph Mondl: Qualität ist per se kein zeitlich-definierter Begriff, ist aber immer abhängig vom jeweiligen gesellschaftlichen Grundtenor. Somit muss auch das Qualitätsverständnis laufend angepasst und erweitert werden. Wir alle haben uns an Qualität gewöhnt, wer die individuellen Qualitätsmerkmale von Produkten und Dienstleistungen nicht berücksichtigt, wird auch nicht am Markt bestehen können.

Der Qualitätsbegriff hat sich also längst weg von einer reinen Produkt- oder Kund*innenorientierung entwickelt und geht hin zur ganzheitlichen Stakeholder*innenbetrachtung und der Erkenntnis, dass beispielsweise auch Nachhaltigkeit, Sicherheit und digitale Eigenschaften wesentlich zur Qualitätswahrnehmung beitragen. Dieser Qualitätswandel wurde natürlich durch Entwicklungen, wie den Klimawandel, die Globalisierung oder Digitalisierung angefeuert und der Notwendigkeit, diesen Megatrends mit Produkten und Dienstleistungen zu begegnen.

Beim qualityaustria Forum wurde auch „My contribution“ großgeschrieben, also der individuelle Beitrag einzelner Personen bzw. deren selbstbestimmtes Handeln. Wieso sind das so wichtige Schlagworte?

Werner Paar: Qualität geht uns alle etwas an und jede bzw. jeder muss einen Beitrag zum „großen Ganzen“ leisten. Selbstbestimmt zu handeln bedeutet sein Leben selbst in die Hand zu nehmen und sich nicht hinter gesamtgesellschaftlichen Handlungen zu verstecken.

Wichtig in dem Kontext ist allerdings auch, dass alle an einem Strang ziehen, miteinander arbeiten, kooperieren und kommunizieren. In dem Zusammenhang spricht man häufig von einer „Wir-Verantwortung“ oder „Co-Individualisierung“. Gleichzeitig wird also die Bedeutung von Gemeinschaften immer wichtiger und die Verortung einzelner Personen innerhalb der Gesellschaft ändert sich mehr Richtung Zusammenhalt.

Wie ist das Team der Quality Austria aufgestellt? Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Quality Austria bzw. was ist Ihnen beiden diesbezüglich wichtig?

Christoph Mondl: Unser Team ist hervorragend aufgestellt, unsere Mitarbeitenden sind fachlich sehr kompetent. Alle tragen gleichermaßen ihren Teil zum Erfolg der Quality Austria bei. Unsere ATAFs kommen beispielsweise vornehmlich selbst aus der Unternehmenspraxis, bringen dadurch tagesaktuelle Einblicke mit und das merken auch unsere Kund*innen. Wir sind stolz, dass unser Leitspruch „Erfolg mit Qualität“ auch von außen so wahrgenommen und fortlaufend gelebt wird. Wir sind überzeugt, dass wir auch weiterhin tagtäglich nach diesem Credo leben werden und freuen uns auf eine erfolgreiche Zukunft!

Last but not least: Welche Pläne haben Sie für die Quality Austria? Gibt es bestimmte Produktbereiche, die ausgebaut werden sollen?

Christoph Mondl: Wir führen bereits intensive Gespräche mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Quality Austria, um gemeinsam mit ihnen über die nächsten Monate eine Strategie zu entwickeln und in neue, spannende Geschäftsbereiche vorzudringen. Es ist uns in erster Linie wichtig, den Blick nach „innen“ zu richten und erst anschließend weitere Schritte einzuläuten.

Werner Paar: Wir werden weiterhin natürlich thematische Schwerpunkte setzen, wie zuletzt beispielsweise mit der Entwicklung des Circular Globe Labels für die Kreislaufführung von Organisationen oder in der Sparte Digital Economy, in der wir Zertifizierungen für Unternehmen und Trainings für Personen anbieten. Auch unsere Tochterunternehmen CIS im Bereich IT-Security oder QMD Services im Bereich Medizinprodukte spielen hierbei weiterhin eine große Rolle.

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