23. März 2023

Nachlese 28. qualityaustria Forum

Neue Spielregeln: Der Mensch im Wirtschafts­system

Bild (v.l.n.r): Dr. Werner Paar (CEO Quality Austria), Kerstin Plehwe (Unternehmerin & Bestseller-Autorin), Mag. Christoph Mondl (CEO Quality Austria) ©Anna Rauchenberger

Besonders die letzten drei Jahre haben gezeigt, wie anpassungsfähig die Menschheit ist. Aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen wie die Klimakrise oder die Digitalisierung verlangen nach einem Umdenken und neuen Spielregeln. Beim 28. qualityaustria Forum am 22. März beleuchteten Expert*innen im Salzburg Congress, wie wir das neue Miteinander gestalten können und welche Rolle der Mensch in einem modernen nachhaltigen Wirtschaftssystem der Zukunft spielt.

Wir leben in einer Welt, in der Veränderung gleichzeitig auf unterschiedlichen Ebenen passiert. Themen wie Digitalisierung, Industrie 4.0, Rentabilität, Gesundheit, ESG oder New Work schreiben die Spielregeln erfolgreichen Wirtschaftens in einem stetig zunehmenden Tempo neu. Homeoffice und neue Arbeitszeitmodelle sind die spürbarsten Veränderungen der letzten Jahre. New Work ist aber nur einer der vielen Aspekte, die im Umbruch sind.

„Wir haben in jüngster Zeit gesehen, dass unsere Abläufe und Gewohnheiten veränderbar sind. Anpassung ist möglich, wenn wir es wollen oder müssen. Wie die Welt in Zukunft aussieht, liegt an uns. Denn schon heute gestalten wir gemeinsam die Wirtschaft von morgen“, sagte qualityaustria Geschäftsführer Dr. Werner Paar den mehr als 700 Teilnehmenden im Salzburg Congress und online vor den Bildschirmen.

Erfolgsfaktor Mensch

Wir wirtschaften, um erfolgreich zu sein. Aber was ist Erfolg? Jeder Mensch definiert Erfolg für sich anders. „Egal von welcher Seite man Erfolg betrachtet, man muss sich der unterschiedlichen Sichtweisen bewusst sein, um die Zukunft mitzugestalten. Nur so kann man die Grenzen der eigenen Vorstellungskraft überschreiten und auf Basis verschiedener Perspektiven Prozesse und Abläufe im Sinne aller Marktteilnehmenden optimieren“, erläuterte Mag. Christoph Mondl, Geschäftsführer der Quality Austria. Der Unternehmenserfolg als übergeordnetes Ziel verlangt nach verschiedenen Erfolgsfaktoren. Im Mittelpunkt steht aber immer der Mensch in seinen unterschiedlichen Rollen: als Mitarbeiter*in, als Führungskraft, als Kund*in, als Auftraggeber*in, als Geschäftspartner*in. „Die Zukunft liegt im neuen ‚Spiel‛ und somit in einer Wirtschaft, die sich ‚glokal‛ vernetzt, digitalisiert und resilient gestaltet wird. Weg von der Abfall-, hin zur Kreislaufwirtschaft. Weg von der Value Chain, hin zum Value Network“, so Mondl.

Die Zeit scheint reif für eine bessere Ökonomie, in der sich Unternehmen und Marken weiterentwickeln – ausgestattet mit neuen Modellen der systemischen Organisationsbetrachtung und im Wissen um einen Planeten, der endgültig unserer vollen Aufmerksamkeit bedarf. „Ob Digitalisierung, Künstliche Intelligenz oder Industrie 4.0 ­– Managementsysteme und Normen sind hilfreich, um verlässliche Strukturen und Prozesse zu schaffen und dabei den Menschen und sein Tun in den Mittelpunkt zu stellen“, so Paar weiter.

Bye-bye Berechenbarkeit, hallo Service

Dass wir mit einer neuen Flexibilität und ständigen Veränderungen leben müssen, war auch Tenor des Vortrags von Keynote-Speakerin Kerstin Plehwe. Um heutzutage erfolgreich am Markt zu sein, muss die Unternehmensphilosophie mehr denn je von allen Mitarbeitenden gelebt und mitgetragen werden. Dabei haben Mitarbeiter*innen heute ganz andere Ansprüche. „Mit Gratiskaffee und Obstkörben locken Sie heute niemanden mehr. Auch gute Gehälter reichen heutzutage nicht aus. Wir befinden uns längst in einem Wettbewerb um den besten Nachwuchs und viele Unternehmen haben diesen Wandel noch gar nicht realisiert“, betonte Kerstin Plehwe.

Ins selbe Horn stieß Human Capital Evangelist Dr. Steffi Burkhart: „Der Arbeitsmarkt verändert sich momentan massiv. Die Generationen Zalpha, Z und Alpha, werden in Zukunft nicht mehr Geld gegen Arbeit tauschen. Wir werden zukünftig fluidere flexiblere Formen von Arbeit erleben, die klassischen fünf Arbeitstage und die 40-Stundenwoche werden zum Auslaufmodell.“

Bild: Dr. Steffi Burkhart (Human Capital Evangelist) ©Anna Rauchenberger

Es gilt, die Chancen der Zeit zu nutzen. Service-Performance-Beraterin Sabine Hübner sieht diese Chancen vor allem in der Service-Haltung. „Je digitaler unsere Welt wird, desto mehr wird der Anspruch der Menschen an die Qualität der persönlichen Begegnung steigen“, so Hübner.

Für Unternehmen wird damit jeder Kontaktpunkt zur Prüfung. Ein nicht zufriedenstellender Service wird von Konsument*innen umgehend öffentlich kundgetan und schadet dem guten Ruf. Service wird zum größten Differenzierungsmerkmal und Mitarbeitende, die sich empathisch mit dem Unternehmen bzw. der Marke identifizieren, zu ihren wichtigsten Botschafter*innen.

Bild: Sabine Hübner (Service-Performance-Beraterin) ©Anna Rauchenberger

Die richtige Karte, um Zukunftspotenziale aufzudecken

DI Axel Dick, MSc, Prokurist Business Development Umwelt und Energie, CSR bei Quality Austria ging in seinem Vortrag auf den politischen Rahmen für die Zukunft sowie die Wichtigkeit eines Integrierten Managementsystems (IMS) ein.

Verschiedene Integrationsansätze, wie der Plan-Do-Check-Act-Zyklus, risikobasiertes Denken oder die doppelte Wesentlichkeitsanalyse bzw. ein IMS selbst schaffen eine solide Grundlage für das Reporting nicht-finanzieller Indikatoren. Diese Nachhaltigkeitsberichterstattung wird aufgrund aktueller Entwicklungen rund um den New Green Deal immer relevanter.

Bild: DI Axel Dick, MSc, Prokurist Business Development Umwelt und Energie, CSR, Quality Austria ©Anna Rauchenberger

Gleichzeitig betonte Dick, dass Systeme nur so gut sind, wie diese von Menschen umgesetzt und gelebt werden.

Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Glatz, Director of Quality Management Plansee HPM,  unterstrich in seinem Best Practice-Vortrag, dass sich ein solides IMS stets durch hohe Geschäftsrelevanz auszeichnet und positiv auf Qualität, Kostenführerschaft und weitere Erfolgsfaktoren einzahlt. Im Falle von Plansee wurden so konkret etwa Schlechtmengenkosten und die Kund*innenreklamationsrate minimiert und gleichzeitig die Zufriedenheit der Kund*innen bzgl. Produktqualität und Reklamationsbearbeitung erhöht.

Bild: Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Glatz, Director of Quality Management Plansee HPM, Plansee High Performance Materials ©Anna Rauchenberger

Hauptrolle: Mensch

Der Schlüssel für eine erfolgreiche Transformation ist, laufend dazuzulernen und weiterzuwachsen. Hilfreich sind dabei Systeme, die den Rahmen für eine strukturierte Herangehensweise in Betrieben bilden und gleichzeitig den notwendigen Spielraum lassen, um flexibel reagieren zu können. Erfolg hängt in Zukunft vor allem davon ab, Menschen, Produkte, Unternehmen, Qualitätsstandards etc. miteinander zu vernetzen. Managementsysteme und Normen helfen dabei, das große Ganze zu unterstützen – aber in einem waren sich die Vortragenden beim 28. qualityaustria Forum einig: Ganz gleich wie sehr sich die Spielregeln ändern, der Mensch wird auch in Zukunft die Hauptrolle spielen.

Verpassen Sie keine News mehr – Jetzt qualityaustria Newsletter abonnieren!
Folgen Sie uns am besten auch gleich auf Social Media:

Weitere News & Events

Immer topaktuell informiert

15. Okt. 2026

SURE Zertifizierung bei Quality Austria Certification: Jetzt über RED III informieren

Sustainable Resources Verification Scheme: Rechtliche Basis und weitere Infos

Mehr erfahren
14. Okt. 2026

„Lebensmittel­sicherheit braucht Verantwortung und Haltung“

17. qualityaustria Lebensmittelforum

Mehr erfahren
13. Okt. 2026

Excellence umsetzen mit der Webinarreihe: „Unternehmen & Qualität – Praxiserprobte Lösungen“

Erfolgsrezept für Ihre Organisation mitnehmen

Mehr erfahren
12. Okt. 2026

Normen sichern Österreichs Wirtschaft

Weltnormentag 2026: Ein Jahr drei Revisionen

Mehr erfahren
07. Okt. 2026

Die Revision der ISO 9001:2026 im Überblick

Warum es genau jetzt Qualitätsmanagement braucht

Mehr erfahren
24. Sep. 2026

Jetzt Ihre Weiterbildung mit Early Bird Bonus sichern

Da staunt sogar der frühe Vogel!

Mehr erfahren
22. Sep. 2026

IATF 16949: Update zur 2nd Edition

Zeitplan und Schwerpunkte stehen fest

Mehr erfahren
17. Sep. 2026

Wirksame Rezepte für bessere Patienten­sicherheit

20. qualityaustria Gesundheitsforum

Mehr erfahren
16. Sep. 2026

Arbeitssicherheit entwickelt sich weiter

Von Sicherheit zu Wellbeing und nachhaltiger Arbeitsgestaltung

Mehr erfahren
16. Sep. 2026

Die neue ISO 9001:2026 ist da

Warum es genau jetzt Qualitätsmanagement braucht

Mehr erfahren
15. Sep. 2026

IMS als Erfolgsrezept in Zeiten des Umbruchs

Nutzen für Unternehmen und Ausbildungstipps

Mehr erfahren
15. Sep. 2026

ÖNORM S2500 löst ONR 192500 ab

Neue Norm für Nachhaltigkeitsmanagement bringt klare Struktur

Mehr erfahren
08. Sep. 2026

Welttag der Patientensicherheit

Sichere Versorgung chronisch erkrankter Menschen

Mehr erfahren
01. Sep. 2026

Flexibilität als Schlüssel zum Erfolg

Kursprogramm 2027 der Quality Austria Academy

Mehr erfahren
31. Aug. 2026

Was gibt es Neues bei IRIS Rev. 4?

IRIS Rev. 4 ist längst mehr als ein Qualitätsstandard für große Fahrzeughersteller

Mehr erfahren
26. Aug. 2026

QMD Services erweitert ihr Angebot um MDSAP und unterstützt damit den Zugang zu globalen Märkten

Globale Chancen gezielt nutzen

Mehr erfahren
25. Aug. 2026

Internationale Norm soll heimisches Gesundheits­system sichern

Quality Austria für ISO 7101 akkreditiert

Mehr erfahren
20. Aug. 2026

EmpCo: ab 27. September 2026 wird Greenwashing zum Per-se-Verstoß

20. Aug. 2026

PPWR: Seit 12. August 2026 anwendbar

Die wichtigsten Änderungen und was in Österreich vorerst gilt

Mehr erfahren
20. Aug. 2026

EU ETS 2: Jetzt für die Emissions­meldung 2027 vorbereiten

Neues Webinar

Mehr erfahren
+43 732 34 23 22