09. Nov 2020

Fragen & Antworten

Berufsbilder im Bereich Umwelt und Energie

Wenn ein Umwelt-/Energiemanagementsystem erfolgreich implementiert wurde, ist es dann notwendig, einen Systembeauftragten Umwelt oder einen Energiebeauftragten einzustellen bzw. jemanden dazu auszubilden?

Die Geschäftsführung ist gut beraten, wenn sie einen Systembeauftragten Umwelt oder einen Energiebeauftragten an ihrer Seite hat, ist aber nicht zwingend. Dem Geschäftsführer sollte bewusst sein, dass die Verantwortung wie auch die Haftung bei ihm liegen. Der Systembeauftragte Umwelt, Energiebeauftragte und der Abfallbeauftragte haben eine intern beratende Rolle. Sie können von der verwaltungsstrafrechtlichen Seite her nicht belangt werden. Gerade in größeren Organisationen macht es Sinn, jemanden zu haben, der das Thema innehat. Die Geschäftsführung ist mit vielen Aufgaben und Bereichen betraut und muss sich auf die Kompetenz und Unterstützung der Mitarbeiter verlassen können. Daher ist es extrem wichtig, jemanden im Team zu haben, der rechtliches, technisches, normatives und methodisches Know-how hat und Hand in Hand mit der Geschäftsführung zusammenarbeitet und sie berät.

Die Organisation kann jemanden suchen, der erforderliche Kompetenzen mitbringt, um ein Managementsystem auf- bzw. auszubauen und zu integrieren. Bestehende Mitarbeiter können auch umgeschult werden. In jedem Fall werden die Kosten für einen externen Berater gespart. Technisches, rechtliches und methodischen Know-how bleiben im Betrieb. Berater sind nicht immer greifbar und haben nicht ausreichend Wissen über das Unternehmen. Mit einem Systembeauftragten Umwelt oder einen Energiebeauftragten wird sichergestellt, dass das System gelebt wird.

Was sind die Aufgaben eines Systembeauftragten Umwelt?

Der Systembeauftragte Umwelt muss ein starker Kommunikator sein, weil er als Berater der Geschäftsführung fungiert und auch als Anlaufstelle für diverse Fragen aus unterschiedlichen Bereichen, Umwelt- und/oder Energiethemen betreffend. Wenn diese Person auch noch Techniker und/oder Wissenschaftler ist, kann das nur von Vorteil sein. Hauptaufgaben des Systembeauftragten Umwelt sind es, Umweltaspekte und –auswirkungen zu erfassen, zu bewerten und zu quantifizieren. Weiters hat er die Aufgabe, das System aufzubauen und es zu strukturieren. Dabei nimmt er eine starke Projektmanagerrolle ein. Systembeauftragte Umwelt verfügen über rechtliches Know-how, speziell Anlagenrecht, Umweltrecht, Wasserrecht, Chemikalienrecht und Abfallrecht. Entscheidungen treffen zu können, wann etwas umgesetzt werden muss sowie die Analyse, Bewertung und Analyse von Messergebnissen sind auch Fähigkeiten und Aufgaben eines Systembeauftragten Umwelt. Dazu gehört auch die sichere Anwendung von Methoden zur Ursachenfeststellung, die sich zum Großteil mit denen des Qualitätsmanagementsystems decken. Wichtig ist auch mit dem Projektmanagement Korrekturmaßnahmen auszuarbeiten und Wirksamkeitskontrollen durchzuführen. Die Umsetzung interner Audits sowie einen entsprechenden Auditbericht verfassen sind ebenso Teil der Aufgabenpalette eines Systembeauftragten Umwelt. Zusätzlich sind interdisziplinäres und normatives Wissen, das Verstehen der Unternehmensabläufe Must-haves, wie auch aktuelle, umweltpolitische und rechtliche Entwicklungen am Radar zu haben, um die Chancen und Risiken von morgen zu kennen.

Der Systembeauftragte Umwelt verfügt über zusätzliches Know-how und Fertigkeiten, um das Umweltmanagementsystem weiterzuentwickeln. Das Verständnis für grundsätzliche ökologische Zusammenhänge, die einerseits in der Schulung und Bewusstseinsbildung der Mitarbeiter unterstützen, andererseits die Bewertung der Umweltaspekte fördern, ist vorhanden. Ebenso sind dem Systembeauftragten Umwelt Prinzipien der Material- und Energieeffizienz, der Umweltkostenrechnung sowie dem Ökocontrolling bekannt. Dieses Wissen erleichtert auch das Erstellen von Umweltberichten.

Informieren Sie sich hier über unsere Lehrgangsreihe Umweltmanagement.

Wie sieht das Berufsbild eines Energiebeauftragten aus?

Der Energiebeauftragte hat die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten (Anforderungen der ISO 50001 Energiemanagementsysteme), um seine Aufgabe als Energiebeauftragter gegenüber Betriebsinhabern, Mitarbeitern und Behörden wahrzunehmen. Dazu gehören die Erstellung von Energiebilanzen, das Erkennen von Energieeinsparpotenzialen, das Planen und Umsetzen von Maßnahmen sowie das Fortschreiben des Energieplanungsprozesses. Der Energiebeauftragte hat den Überblick darüber, welche Parameter helfen, den Energieverbrauch zu reduzieren und so unnötigen CO2-Ausstoß zu vermeiden.

Interessiert Sie die Ausbildung zum Energiebeauftragten? Hier können Sie sich informieren.

Trainingstipps im Überblick

  • Ausbildungen zum Umweltmanager
    Lehrgangsreihe Umweltmanagement
    Start: ab 11.01.2021 in Wien oder ab 18.01.2021 in Linz
    Zur Anmeldung
  • Ausbildung zum Energiebeauftragten
    Lehrgangsreihe Energiemanagement
    Start: ab 06.04.2021 in Wien oder ab 20.09.2021 in Linz
    Zur Anmeldung
  • Ausbildung zum Abfallbeauftragten
    Lehrgangsreihe Abfallbeauftragter
    Start: ab 16.11.2020 in Linz oder ab 15.11.2021 in Linz
    Zur Anmeldung
  • Seminar Grundlagen zu Life Cycle Assessment und Carbon Footprinting
    19. – 20.11.2020 in Wien oder 11. – 12.05.2021 in Linz
    Zur Anmeldung
  • Seminar Nachhaltige Verbesserungen in der Wertschöpfungskette
    06. – 07.10.2021 in Wien
    Zur Anmeldung
  • Seminar E-Mobilität für Betriebe – Faktencheck statt Fake News
    06.05.2021 in Linz oder 03.11.2021 in Wien
    Zur Anmeldung
  • Seminar Cradle to Cradle® und ISO-Konzepte zur Förderung der Kreislaufwirtschaft
    28. – 29.04.2021 in Wien oder 03. – 04.11.2021 in Linz
    Zur Anmeldung
  • Refreshing Energiemanagement – Revision der ISO 50001 unter Berücksichtigung der ISO 50003ff
    16. – 17.06.2021 in Wien
    Zur Anmeldung

Ansprechpartner Umwelt & Energie

Team

Herr DI Axel Dick, MSc

Prokurist Business Development Umwelt und Energie, CSR

Netzwerkpartner

Herr Ing. Wolfgang Hackenauer, MSc

Netzwerkpartner, Produktexperte Umwelt und Energie

Netzwerkpartner

Herr DI Peter Sattler, MAS

Netzwerkpartner, Produktexperte FSC CoC, PEFC CoC und ISO 38200

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